Impf-Starterpaket für Hausärzte: Höheres Impftempo gefordert

22.03.2021 Die Hausärzte sind bereit, flächendeckend bei den Corona-Impfungen einzusteigen. Doch mehr als sogenannte Starterpakete gibt es derzeit noch nicht.

Eine Mitarbeiterin des Impfteams überprüft eine Spritze. Foto: Thomas Frey/dpa Pool/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mecklenburg-Vorpommern wird nach Angaben von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) vor Ostern damit beginnen, Hausärzte mit Impfstoff für Corona-Schutzimpfungen zu versorgen. Wie geplant, sollen die Impfdosen dieser Starterpakete genutzt werden, um zunächst Ärzte und Praxispersonal zu impfen, sagte ein Regierungssprecher am Montag in Schwerin. Überschüssige Dosen könnten dann Risikopatienten erhalten.

Schwesig hatte auf Twitter betont: «Wir brauchen Impfzentren und niedergelassene Ärzte für die Impfung gegen Coronavirus.» Schrittweise würde daher 1700 Arztpraxen im Land einbezogen. Ursprünglich sollten schon von diesem Montag an insgesamt 15 000 Dosen des Impfstoffs von Astrazeneca an Hausarztpraxen und Ambulanzen im Nordosten verteilt werden. Doch waren die Vorbereitungen wegen des zwischenzeitlichen Impfstopps für den Wirkstoff ausgesetzt.

Nach der Freigabe des Impfstoffes durch die zuständigen Behörden sollen nach Angaben von Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) nun in dieser und in der kommenden Woche jeweils 3000 Dosen an Impfpraxen gehen. Dort würden Ärztinnen und Ärzte sowie das medizinische Personal damit immunisiert. Dies sei ein erster Schritt, mit dem Impfen breiter in die Fläche zu gehen.

In Nordwestmecklenburg läuft bereits seit Wochen ein Pilotversuch, bei dem Hausärzte gemäß der Impfpriorisierung ältere Menschen in den Praxen impfen. Ärzteverbände fordern einen Nutzung aller Praxen. Laut Glawe scheitert eine flächendeckende Einbeziehung der Hausärzte aber an nach wie vor unzureichenden Impfstofflieferungen.

Der Linke-Landtagsabgeordnete Torsten Koplin ermahnte unterdessen das Ministerium, die bereitstehenden Impfstoffe auch rasch einzusetzen. Er verwies auf Daten des Robert-Koch-Instituts, wonach Mecklenburg-Vorpommern bisher mehr als 270 000 Impfdosen erhalten, aber erst 191 000 Dosen auch verabreicht habe. «M-V ist mit 11,9 Impfungen pro 100 Einwohner bei den Erstimpfungen Schlusslicht unter allen Bundesländern und liegt bei den Zweitimpfungen gemeinsam mit Niedersachsen auf Platz neun», konstatierte Koplin.

«Wenn die Corona-Schutzimpfung tatsächlich der Weg aus der Pandemie ist, dann muss jetzt geimpft werden, was das Zeug hält bzw. die Depots hergeben», sagte Koplin. Er forderte die Zahl der täglichen Impfungen zu erhöhen und auch Samstage zu nutzen.

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