Großbrand in Schweinezuchtanlage dauert an: Viele Tiere tot

30.03.2021 Ein oft befürchtetes Szenario ist in Vorpommern eingetreten: Ein großes Feuer in einer Schweinezuchtanlage. Trotz Großeinsatzes konnte der Brand über Stunden nicht gelöscht werden und drohte, auf eine Biogasanlage überzugreifen. Hunderte Tiere verendeten. Die Ursache ist noch unklar.

Ein Blaulicht leuchtet auf einem Feuerwehrfahrzeug. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ein Großbrand hat große Teile eines Schweinezuchtbetriebes in Alt Tellin (Vorpommern-Greifswald) zerstört. Das Feuer war am Dienstagmorgen aus bisher unbekannter Ursache ausgebrochen und konnte auch nach Stunden nicht gelöscht werden, wie Bürgermeister Frank Karstädt (parteilos) der Deutschen Presse-Agentur sagte. «Das sieht nicht gut aus», sagte Karstädt am Dienstag, nachdem er den Brandort besichtigt hatte. «Das ist eine hochkomplexe Lage», sagte der Sprecher des Landkreises Achim Froitzheim. So müssen die Einsatzkräfte auch Anlagen kühlen, damit das Feuer nicht auf eine Biogasanlage übergreift.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei waren anfangs vier Ställe betroffen, ein Mitarbeiter wurde verletzt. Insgesamt gibt es zwei Stallreihen mit je neun Ställen. Das Feuer, das vom Westwind immer wieder angefacht wurde und kilometerweit sichtbare Rauchwolken erzeugte, sei inzwischen auf weitere Anlagenteile übergesprungen, hieß es.

Die betroffene Sauen- und Ferkelzuchtanlage war seit ihrer Planung, damals noch von einem niederländischen Unternehmer, sehr umstritten. Dort werden nach Angaben der Betreiber 10 000 Muttersauen gehalten, die Tausende Ferkel werfen und eine Zeit lang aufziehen. Nach ersten Einschätzungen der Betreiber waren zunächst etwa 5000 Tiere betroffen. Mitarbeiter der Firma scheuchten einen großen Teil der Schweine aus den Ställen auf das große und abseits gelegene Gelände hinaus, wie Karstädt berichtete.

Feuerwehren aus dem gesamten Amtsbereich Jarmen-Tutow versuchten, die Flammen einzudämmen. «Wir überlegen, ob wir den Katastrophenzug zum Einsatz bringen», erklärte Froitzheim. Bei einem Teil der Anlage kam hinzu, dass Solaranlagen darauf montiert waren.

Betreiber der Anlage ist die Landwirtschaftliche Ferkelzucht Deutschland (LFD) Holding, die als einer der größten deutschen Schweinezuchtbetriebe gilt. Sie war 2020 von der Schweizer Terra Grundwerte AG übernommen worden.

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