Nach Feuer in Schweinezucht: Umdenken gefordert

30.03.2021 Im Zusammenhang mit dem Großbrand in der Schweinezuchtanlage Alt Tellin (Vorpommern-Greifswald) haben Linke, Grüne sowie Umwelt- und Tierschutzverbände eine neue Orientierung bei der Planung von Tierhaltungsanlagen gefordert. «Derart überdimensionierte Tierzucht- und Mastanlagen dürfen nicht länger genehmigt und betrieben werden», erklärte die regionale Landtagsabgeordnete der Linken, Jeannine Rösler, in Schwerin. Gründe seien die Brandschutzprobleme, aber auch der Tier- und Umweltschutz.

Die Landtagsabgeordnete Jeannine Rösler. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) forderte, die Genehmigung für die «gigantische, tierquälerische und umwelttoxische Anlage» in Alt Tellin aufzuheben. Der Brand zeige, dass viel zu lange weggeschaut wurde, teilte der BUND in Schwerin mit. Der Umweltverband hatte wegen des Brandschutzkonzeptes vor Jahren bereits beim Verwaltungsgericht Greifswald gegen die Genehmigung geklagt. Das Verfahren war 2017 vertagt worden.

Das Feuer war am Dienstagmorgen in der Anlage in Alt Tellin ausgebrochen und hat weite Teile der Ställe zerstört sowie vermutlich mehrere Tausend Schweine getötet. Die Brandursache ist laut Polizei noch unklar.

Bei einer großen Tierzahl, wie sie in den «Intensivtieranlagen» üblich ist, sei die Rettung aller Tiere bei Feuer quasi unmöglich, erklärte Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Realistische Rettungschancen bestünden nur bei frühzeitiger Brandfeststellung, kleinen Tierbeständen und einem angepassten Haltungssystem. Erst Ende Februar waren rund 3000 Schweine bei einem Brand in einer anderen modernen Mastanlage in Kobrow (Ludwigslust-Parchim) getötet worden.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News