IHK-Präsident macht sich für russischen Impfstoff stark

05.04.2021 Die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern wird angesichts des weiterhin eher schleppenden Impftempos zunehmend ungeduldig und drängt auf den raschen Einsatz des russischen Impfstoffs Sputnik V. «Damit wir wieder zu einem einigermaßen normalen Leben zurückfinden, das für viele Gewerbetreibende existenziell ist, muss es zügig voran gehen mit den Impfungen», betonte der Präsident der IHK zu Rostock, Klaus-Jürgen Strupp. Es gelte, jede Möglichkeit zu nutzen, die verfügbare Menge an Impfstoffen zu erhöhen. «Impfen ist die beste Wirtschaftsförderung», sagte er.

Klaus-Jürgen Strupp, Präsident der IHK Rostock. Foto: Danny Gohlke/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Strupp forderte die Ministerpräsidenten der ostdeutschen Bundesländer auf, die traditionell guten Kontakte zu Russland zu nutzen und sich um den Impfstoff Sputnik V zu bemühen. Er rechne fest damit, dass ein solches Vorgehen die Unterstützung der Industrie- und Handelskammern in Ostdeutschland finde. Von der Politik habe er bislang zu hören bekommen, dass Bestellungen nicht so einfach möglich seien. «Das wissen wir. Aber auch hier gilt: Lassen Sie uns das probieren», sagte Strupp und warb dafür, auch unbürokratische Wege zu gehen. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz kündigte bereits die Bestellung des russischen Corona-Impfstoffs für sein Land unmittelbar nach Ostern an.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hatte erklärt, dass sie Impfungen mit dem russischen Präparat Sputnik V befürworte, wenn es sich als sicher und wirksam erweise. Jeder Impfstoff, der diese Kriterien erfülle, bringe das Land weiter.

Ende März hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit Kremlchef Wladimir Putin über eine mögliche Kooperation bei Impfstoffen gesprochen. In dem Austausch per Video sei es auch um Sputnik V gegangen, über dessen EU-Zulassung die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) zu entscheiden habe, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Der russische Pharmakonzern R-Pharm will den Impfstoff von Juni oder Juli an im bayerischen Illertissen produzieren. Die Regierung in Schwerin hatte den Aufbau einer Impfstoff-Produktionsstätte auch inMecklenburg-Vorpommern ins Gespräch gebracht.

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