Brand-Tod von 55 000 Schweinen: Schwierige Ursachensuche

06.04.2021 Eine Woche nach dem qualvollen Feuertod von mehr als 55 000 Schweinen suchen die Ermittler weiter nach der Brandursache. In Anbetracht der Größe der Schweinezuchtanlage fällt auch der Vergleich mit der Nadel im Heuhaufen.

Der Schriftzug «Polizei» auf einem Schild am Gebäude einer Polizeiinspektion. Foto: picture alliance / Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Eine Woche nach dem Großbrand in der riesigen Schweinezuchtanlage Alt Tellin (Vorpommern-Greifswald), bei dem mehr als 55 000 Tiere getötet wurden, ist die Brandursache weiter unklar. «Die Ermittlungen sind sehr kompliziert und dauern weiter an», erklärte Polizeisprecher Andrej Krosse am Dienstag in Anklam. «Das ist angesichts des riesengroßen Tatortes wie die Suche nach der Nadel im Heuhafen.».

Inzwischen sei der Gutachter so weit, dass alle eingestürzten Stallreste zur schnellen Bergung der Kadaver wieder freigegeben wurden. «Mit der Entsorgung ist eine Fachfirma beauftragt», sagte ein Sprecher des Betreibers, der Landwirtschaftliche Ferkelzucht Deutschland (LFD) Holding. Die Entsorgung der Kadaver solle wegen Seuchengefahr in Abstimmung mit den Umwelt- und Veterinärbehörden auf schnellstem Wege erfolgen.

Nach Angaben von Krosse wird weiter in alle Richtungen ermittelt. «Das kann aber Wochen dauern», sagte der Sprecher. Es könne auch sein, das man das nie wirklich klären kann.

Das Feuer war am 30. März am frühen Vormittag ausgebrochen, als auch Mitarbeiter in der Anlage waren. Flammen, Hitze und Rauch hatten sich über Lüftungsschächte und andere Verbindungen schnell ausgebreitet. Letztlich wurden alle Stallanlagen zerstört, und laut Betreiber zwei Mitarbeiter verletzt. Feuerwehren konnten nur eine Biogasanlage retten.

In der Anlage, die zu den größten in Deutschland gerechnet wurde, standen laut Betreiber zuletzt etwa 7000 Sauen und 50 000 Ferkel. Davon sollen etwa 20 000 Jungtiere noch bei ihren Muttersauen gewesen sein und 30 000 etwas ältere Ferkel bereits im sogenannten Flatdeck. Damit sind Stallbereiche gemeint, in die Jungtiere nach der Trennung vom Muttertier kommen. Insgesamt konnten nur etwa 1300 Tiere in Alt Tellin gerettet werden konnten.

Kritik von Tierschützern, dass die Mitarbeiter und Feuerwehren noch deutlich mehr Tiere hätten retten können, wies das Unternehmen zurück. «Es wurde getan was möglich war», sagte der LFD-Sprecher. Der Ablauf der Brandbekämpfung sei in der Einsatzleitung der Feuerwehr entschieden worden. Eine Auswertung ist durch den Amtswehrführer erst noch geplant.  

Die LFD betreibt elf solcher Anlagen in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Ob die Anlage in Alt Tellin, die vor zehn Jahren für etwa 20 Millionen Euro entstanden war, wieder aufgebaut wird, könne derzeit nicht gesagt werden. «Das steht noch nicht auf der Tagesordnung.» Die LFD bemühe sich, dass das Gelände so schnell wie möglich beräumt wird.  

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