Wachsende Auslastung der Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern

22.04.2021 Die Belastung in den Kliniken steigt weiter, in Rostock soll eine weitere Corona-Station geschaffen werden. Weil die speziellen Beatmungsmaschinen knapp werden, will das Land mehr beschaffen.

Eine Pflegekraft steht im Infektionszimmer für Covid-19-Patienten in einer Klinik in Rostock. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolfoto © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Auslastung der Kliniken mit Corona-Patienten in Mecklenburg-Vorpommern steigt weiter. Die Universitätsklinik Rostock will nun eine weitere Covid-Normalstation eröffnen und mehr Intensivbetten bereitstellen, sagte eine Sprecherin am Donnerstag. Die neuen Intensivbetten seien nötig, «um alle schwerkranken Patienten auch bei diesen steigenden Zahlen weiterhin adäquat behandeln zu können», hieß es. Das Personal für die neuen Stationen soll von anderen Stationen abgezogen werden, soweit es vertretbar sei.

Auch die Ecmo-Geräte werden offenbar knapp. Die speziellen Beatmungsmaschinen übernehmen die Lungenfunktion außerhalb des Körpers und kommen bei schweren Lungenschäden zum Einsatz. Sie filtern das CO2 aus dem Blut und reichern es wieder mit Sauerstoff an, bevor es in den Körper zurückfließt. Sie sind das letzte Mittel bei sehr schweren Corona-Verläufen.

Die Uniklinik hat nach eigenen Angaben mittlerweile sieben solcher Geräte, die derzeit aber alle belegt seien. «Wir nehmen als Schwerpunktzentrum Patienten zur Ecmo-Therapie aus dem gesamten Bundesland auf», sagte die Sprecherin. Der Bedarf sei größer als in den ersten beiden Corona-Wellen.

Das Land will nun zehn weitere der Maschinen beschaffen, teilte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) am Donnerstagnachmittag mit. Die Unikliniken in Greifswald und Rostock sollen demnach je drei, die Krankenhäuser in Schwerin und Neubrandenburg je zwei der Geräte bekommen. Der Stückpreis liegt laut Gesundheitsministerium bei 80 000 Euro.

Im zweiten Krankenhaus der Stadt, dem Südstadtklinikum, waren am Mittwoch 10 der 22 Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt, wie eine Sprecherin berichtete. Vor einer Woche waren es demnach 7, vor zwei Wochen nur 3 Corona-Patienten, die intensiv betreut werden mussten.

Die Greifswalder Uniklinik behandelt ihrem wöchentlichen Lagebericht (Mittwoch) zufolge gegenwärtig 16 Corona-Patienten auf der Intensivstation. Sechs weitere Betten seien noch frei. Der Krisenstab betonte aber, «dass diese Betten nicht deshalb frei sind, weil sie niemand benötigt, sondern weil planbare und verschiebbare Operationen bewusst ausgesetzt wurden, um diese Kapazitäten zu schaffen.»

Landesweit behandelten die Kliniken am Donnerstag laut dem Divi-Register für Intensiv- und Notfallmedizin 83 Corona-Kranke auf Intensivstationen. 34 Intensivbetten für Corona-Patienten, die beatmet werden müssen, waren noch frei.

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