Backhaus: Öko-Schlachthaus als Gewinn für die Tierhalter

26.04.2021 Der Aufbau regionaler Verarbeitungskapazitäten für artgerecht gehaltene Tiere kann nach Angaben von Agrarminister Till Backhaus (SPD) auf umfangreiche staatliche Finanzhilfen vertrauen. So sei der Bau des Öko-Schlachthauses am Standort der Mecklenburger Fleischwaren GmbH in Wismar mit dem Höchstsatz von 40 Prozent gefördert worden. Der Zuschuss habe 280 000 Euro betragen. «Denn dieser Neubau ist genau das, was ich will und die Tierhaltung unseres Landes braucht: kleine regionale Schlachthöfe», sagte Backhaus am Montag anlässlich der bevorstehenden Inbetriebnahme des Schlachthauses.

Till Backhaus (SPD), der Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, spricht. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Den Angaben zufolge sollen dort jährlich etwa 200 Rinder geschlachtet werden, die aus Betrieben im Umkreis von etwa 100 Kilometer kommen. Somit seien kurze Transportwege möglich, die auch dem Tierwohl dienten. «Für die ökologische Tierhaltung in der Region Westmecklenburg ist das ein echter Gewinn», erklärte Backhaus.

Ähnlich bewertete auch die Naturschutzorganisation BUND den Neubau. «Der BUND bemüht sich seit mehreren Jahren um eine dezentrale Schlachtung für ökologisch gehaltenen Rinder und Schweine. Wir freuen uns, dass durch die Fertigstellung des Öko Schlachthauses Wismar die Situation der ökologischen Nutztierhalter verbessert wird», sagte BUND-Agrarexperte Burkhard Roloff. Bio-Bauern aus Mecklenburg könnten in Wismar zunächst ihre Bio-Rinder und später auch ihre Bio-Schweine in Einzeltier-Schlachtung schlachten und verarbeiten lassen.

Wie Geschäftsführer Heinz Gluth sagte, war er von mehreren Bio-Landwirten der Region angesprochen worden, für die Direktvermarktung ihrer Fleischwaren in den Hofläden ein Schlachthaus mit handwerklicher Schlachtung zu errichten. Nach zweijähriger Planungs- und Bauzeit gehe das Öko-Schlachthaus im Mai in Betrieb. Vorverträge gebe es mit zwölf Bio-Nutztierhaltern der Region.

Auch wenn die industrielle Tierhaltung, -schlachtung und -verarbeitung zunehmend in die Kritik gerät, liefert sie noch immer den Großteil der Fleisch- und Wurstwaren. Trotz eines enormen Rückgangs der Schlachtkapazitäten seit 1990 werden in Mecklenburg-Vorpommern aktuell etwa 270 000 Schweine und rund 110 000 Rinder pro Jahr gewerblich geschlachtet.

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