Nach Corona-Ausbruch umfangreiche Tests angekündigt

28.04.2021 Noch ist unbekannt, auf welchem Weg das Coronavirus in das Lübtheener Brüggen-Fahrzeugwerk eindringen konnte. Die Auswirkungen sind enorm, die Arbeit in einem Teil des Unternehmens ruht vorerst. Klar, dass auch die Stadt in Mitleidenschaft gezogen wird.

Ein Wattestäbchen eines Corona Abstriches wird im bearbeitet. Foto: Oliver Berg/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach dem Corona-Ausbruch im Brüggen-Fahrzeugwerk in Lübtheen (Kreis Ludwigslust-Parchim) mit bislang mehr als 180 positiv getesteten Menschen sind für kommenden Sonntag umfangreiche Tests im weiteren Umfeld des Unternehmens angekündigt. Der Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Andreas Bonin, ging am Mittwoch von mehreren Hundert notwendigen Tests aus. Damit soll versucht werden, die weitere Ausbreitung der Infektionen einzudämmen. Brüggen ist das größte Unternehmen in der 4900-Einwohner-Stadt Lübtheen.

Wie Simon Richenhagen von der Krone-Gruppe in Werlte (Niedersachsen), zu dem das Werk in Lübtheen gehört, sagte, sei es bislang unbekannt, auf welchem Weg das Virus in die Firma kommen konnte. Am Montag vergangener Woche seien erste positive Testergebnisse unter den Mitarbeitern aufgetreten. Dann habe es einen exponentiellen Anstieg in diversen Bereichen des Werks gegeben.

Verantwortlich für die schnelle Ausbreitung ist nach Angaben von Amtsärztin Ute Siering die britische Virusvariante B.1.1.7. «Innerhalb kürzester Zeit werden auch die Kontaktpersonen bei Kontrollabstrichen positiv.» Die Mehrheit der Infizierten wiesen Symptome der Krankheit auf.

Am Freitag wurden dann alle rund 500 Mitarbeiter der Produktion in Quarantäne geschickt und die Produktion für zwei Wochen gestoppt, wie der Krone-Sprecher sagte. Die von der Produktionshalle getrennten Bereiche arbeiteten jedoch weiter. Insgesamt seien in Lübtheen rund 1000 Menschen beschäftigt.

Richenhagen betonte, es sei frühzeitig ein dezidiertes betriebliches Hygienekonzept entwickelt worden. Zu den Maßnahmen gehörten unter anderem das Tragen von FFP2-Masken, wöchentliche Antigen- und PCR-Tests, Hände- und Flächendesinfektion und «AHA+L-Regeln». Die Krone-Gruppe wolle nun ein frühzeitiges Impfkonzept ankurbeln - «dazu benötigen wir die Unterstützung der Politik».

Lübtheens Bürgermeisterin Ute Lindenau (SPD) forderte die Einwohner auf, sich streng an die Hygieneregeln und Kontaktbeschränkungen zu halten. Dies sei dringend nötig, um die weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen. Es gehe aber schon jetzt sehr ruhig zu in der Kleinstadt nahe der niedersächsischen Grenze. Lindenau bestätigte die Angaben des Unternehmens, dass viel für den Infektionsschutz gemacht worden sei. «Das muss man ihnen zugute halten.» Es komme aber immer auf das Verhalten einzelner Personen an, die sich an die Regeln halten müssten.

Landrat Stefan Sternberg (SPD) verwies darauf, dass es sich um ein abgrenzbares Ausbruchsgeschehen in dem Unternehmen handele, das losgelöst von den übrigen Corona-Fällen im Landkreis betrachtet werden müsse. «Es zeigt sich, dass die bisherigen Maßnahmen in der Fläche wirksam sind, aber hier haben wir es mit einem beträchtlichen alleinstehenden Ausbruchsgeschehen zu tun.»

Der Kreis verzeichnete am Mittwoch eine Sieben-Tage-Inzidenz von 227,6 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Am Dienstag lag sie noch bei 237,0. Angaben über die Inzidenz in Lübtheen selbst wurden am Mittwoch nicht gemacht.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News