Genehmigungsstopp und viele Stallprüfungen nach Großbrand

30.04.2021 In Mecklenburg-Vorpommern wird keine weitere große Tierzuchtanlage genehmigt, bevor das Ergebnis zur Brandursache bei der Schweinezuchtanlage Alt Tellin (Vorpommern-Greifswald) vorliegt. Das sagte Landesagrarminister Till Backhaus (SPD) am Freitag bei der Besichtigung der Stallruinen der Deutschen Presse-Agentur. Außerdem habe er alle Landkreise angewiesen, die Brandschutzkonzepte der bestehenden Stallanlagen nochmals zu überprüfen. «Es wäre ein Albtraum, wenn so etwas noch woanders passiert», sagte der Minister, während er riesige Schrottberge und die güllegefüllten Kellerruinen der zerstörten Ställe sah.

Der Landesumweltminister in Mecklenburg-Vorpommern Till Backhaus besucht das Gelände der abgebrannten Schweinezuchtanlage in Alt Tellin. Foto: Stefan Sauer/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Besitzer der vor einem Monat abgebrannten Anlage Alt Tellin, in der mehr als 55 000 Tiere getötet wurden, haben noch kleinere, aber ähnliche Schweinezuchtanlagen in Medow (Vorpommern-Greifswald) und Fahrbinde bei Ludwigslust. Backhaus, der auch Vorsitzender der Umweltministerkonferenz ist, kündigte eine Bundesratsinitiative für den 7. Mai an, um Baurecht und Brandschutz künftig zusammenzubringen.

«In Alt Tellin hat das Retten der Tiere nicht funktioniert, obwohl es ein genehmigtes Konzept zum Brandschutz gab», konstatierte der Minister. Vor dem Eingangstor protestierten etwa 70 Menschen «gegen Tierfabriken.» Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung. Ein Gutachter sucht noch nach der Ursache.

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