Ausschreitungen nach Rostocker Aufstiegsfeiern

23.05.2021 Lange Zeit sieht es danach aus, dass die Feiern zum Aufstieg von Hansa Rostock in die 2. Fußball-Bundesliga weitgehend friedlich verlaufen. In der Nacht zum Sonntag kommt es dann doch zu Ausschreitungen.

Fans des FC Hansa Rostock feiern. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach dem Ende der Fan-Feiern zum Aufstieg von Hansa Rostock in die 2. Fußball-Bundesliga hat die Polizei nach eigenen Angaben doch noch einmal massiv eingreifen müssen. Nach der weitgehend friedlichen Party von rund 6000 Anhängern auf dem Neuen Markt in Rostock war es in der Nacht zu Sonntag zu Ausschreitungen im Innenstadtbereich gekommen.

Zunächst hatten sich laut Polizei vom Sonntag gegen Mitternacht bis zu 250 Personen im Stadtteil Kröpeliner-Tor-Vorstadt versammelt, dort wurde ein mobiler Verkaufsstand in Brand gesetzt. Polizei und Feuerwehr seien mit Pyrotechnik und Flaschenwürfen angegriffen worden.

Einige Personen hätten dann an mehreren Orten Barrikaden aus Mülltonnen errichtet und angezündet. Insgesamt seien außer dem Verkaufsstand rund 20 Mülltonnen durch die Brände zerstört sowie mehrere geparkte Autos stark beschädigt worden. Auch zwei Einsatzfahrzeuge der Polizei seien beschmiert worden.

Der FC Hansa war am Samstag durch ein 1:1 gegen den VfB Lübeck am letzten Spieltag der Drittliga-Saison aufgestiegen. Schon den ganzen Tag über waren die Polizei und die Bundespolizei rundum das Spiel im Einsatz gewesen.

Hansa Rostock hatte die Partie auf Grundlage von strengen Corona-Hygieneregeln vor 7500 Zuschauern bestreiten dürfen. Am Dienstag hatte die Landesregierung in Schwerin ihre Erlaubnis dazu gegeben. Die Partie wurde als Hochsicherheitsspiel eingestuft und von den Sicherheitsbehörden so angegangen, als wäre das Stadion mit 30 000 Zuschauern ausverkauft.

Außer den Besuchern im Stadion waren auch etwa 3000 Fans während des Spiels vor der Arena. Viele der Anhänger vor dem und im Ostseestadion trugen keinen Mund-Nasen-Schutz. Auch bei der späteren Versammlung auf dem Neuen Markt vor dem Rathaus waren Maskenträger in der Minderheit. Abstand zu halten, war aufgrund der Menschenmenge nicht möglich.

Während des Spiels wurde vor dem Ostseestadion und auch in dem von Fans genutzten benachbarten Leichtathletikstadion massiv Pyrotechnik verwendet. Auch in der Arena brannten Bengalos. Nach der Partie drängten die Fans aus dem Leichtathletikstadion in die Arena. Vereinzelt seien auch dabei Feuerwerkskörper in Richtung der Einsatzkräfte geworfen worden. Ein Polizeibeamter wurde durch einen Flaschenwurf verletzt.

Stunden nach dem Spiel sammelten sich dann 6000 Anhänger vor dem Rathaus, an dem einen Tag zuvor bereits ein großes Hansa-Banner aufgehängt worden war. Auch hier wurden Hunderte Böller gezündet. Die Stimmung blieb dennoch friedlich, wie die Polizei zum Abschluss berichtete.

Vor den Ereignissen in der Nacht hatte sich Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen nach dem Ende der Feier auf dem Neuen Markt erleichtert gezeigt, dass es keine Eskalation gegeben hat. Es sei auch positiv ausgegangen, als die Mannschaft auf dem Markt aufgetaucht war und mitgefeiert hatte. Dies sei eine Entscheidung der Vereins gewesen. «Es ist eine unglaublich geordnete Veranstaltung gewesen», sagte das Stadtoberhaupt.

Madsen hatte sich dafür eingesetzt, dass das Spiel vor Fans stattfinden kann. Er hoffte damit, mögliche wilde Aufstiegsfeiern der Anhänger ohne Einhaltung der Corona-Regeln verhindern zu können.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News