Waldbrände halten Feuerwehr im Nordosten auf Trab

20.06.2021 Der Brand eines munitionsbelasteten Waldes bei Wöbbelin weckt Erinnerungen an die Waldbrandkatastrophe von Lübtheen vor fast genau zwei Jahren. In der Nacht zum Sonntag entfacht auffrischender Wind dort Glutnester neu. Auch ein anderes Waldstück fängt Feuer.

Ein Blaulicht leuchtet auf einem Feuerwehr-Einsatzfahrzeug. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Waldbrand bei Wöbbelin (Landkreis Ludwigslust-Parchim) hat die Feuerwehr auch am Sonntag beschäftigt. In der Nacht zum Sonntag hatte auffrischender Wind in dem Waldstück zwischen der Gemeinde und der Autobahn 14 Glutnester entfacht. Zudem kam es vermehrt zu Detonationen durch Munitionsaltlasten, wie der Landkreis am Sonntag mitteilte. Waldschneisen um die etwa neun Hektar große Brandfläche mussten weiter intensiv gewässert werden.

Die nur etwa 400 Meter davon entfernte Autobahn 14 zwischen dem Kreuz Schwerin und Ludwigslust sollte mindestens bis 18.00 Uhr aus Sicherheitsgründen gesperrt bleiben. Den Angaben zufolge waren 30 Feuerwehrleute mit Löschfahrzeugen und 20 sogenannten Beregnern im Einsatz.

Das Feuer in dem etwa 300 mal 300 großen Areal in dem Kiefernwald war am Freitagabend ausgebrochen. Im Laufe der Nacht hatten Einsatzkräfte es unter Kontrolle bekommen. Nach Angaben des Landkreises vom Sonntag war zunächst weiter unklar, wie es zu dem Brand kam. Probleme bereitete den Feuerwehrleuten, dass das Gebiet munitionsbelastet ist. In den Böden liegen Munitionsaltlasten aus dem Zweiten Weltkrieg.

Um eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern, hatten Einsatzkräfte einen Ring um das Waldstück gezogen und den Boden gewässert. Zeitweise waren mehr als 40 Feuerwehrleute von neun freiwilligen Feuerwehren im Einsatz. Neben Katastrophenschutz-Einheiten des Landkreises unterstützte sie auch ein Drohnentrupp aus dem Amt Boizenburg.

Das Feuer erinnert an die Waldbrandkatastrophe nahe Lübtheen im selben Landkreis vor fast genau zwei Jahren. Dort standen damals knapp 1000 Hektar Wald fast eine Woche lang in Flammen. Auch dort war das Gebiet als einstiger Truppenübungsplatz munitionsbelastet. Wie groß vor diesem Hintergrund die Nervosität war, zeigt, dass Forstminister Till Backhaus und Ludwigslust-Parchims Landrat Stefan Sternberg den SPD-Landesparteitag in Wismar am Freitagabend vorzeitig verließen und zum Brandort bei Wöbbelin eilten. Am Samstag waren beide erneut vor Ort.

Backhaus lobte, die Einsatzkräfte hätten die richtigen Lehren aus Lübtheen gezogen. So seien zum Beispiel frühzeitig Beregner eingesetzt worden. Dennoch sei der Bestand 100-jähriger Kiefern auf den neun Hektar wahrscheinlich zum großen Teil nicht zu retten. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig dankte in ihrer Abschlussrede auf dem Parteitag am Samstag den Feuerwehrleuten und Forstarbeitern für ihren Einsatz am Brandort. «Ich hoffe, dass wir da sicher durchkommen», sagte sie. Die Sommerhitze habe Schattenseiten.

Backhaus mahnte: «Mir ist wichtig, dass sich alle bewusst machen, wie schnell so ein Brand bei solchen Witterungsbedingungen wie derzeit entstehen kann.» Im ganzen Land gelte Waldbrandwarnstufe vier - das bedeute hohe Gefahr. «Die meisten Brände entstehen, weil sich Menschen unvorsichtig oder unvernünftig verhalten. Deswegen meine dringende Bitte: Unterlassen Sie alles, was zu einem Brand in der Wald- und Feldflur führen könnte.»

Am Samstagabend geriet auch ein 1000 Quadratmeter großes Waldstück am Ortsrand von Neubrandenburg (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) in Brand. Laut Polizei sprangen die Flammen vermutlich von einem Holzstapel auf das Unterholz über. Nachdem die Feuerwehr den Brand zunächst gelöscht hatte, entfachte sich das Feuer wieder. Daraufhin standen wieder rund 500 Quadratmeter Kiefernwald in Flammen, die von den Einsatzkräften gelöscht wurden. Die Polizei nahm die Ermittlungen aufgrund von Brandstiftung auf.

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