Autobahn 14 nach Waldbrand bei Wöbbelin wieder frei gegeben

21.06.2021 Die dicke Rauchsäule über dem Wald bei Wöbbelin hat Erinnerungen wach gerufen aus dem Hitzesommer 2019. Damals waren ebenfalls im Kreis Ludwigslust-Parchim beträchtliche Waldflächen in Brand geraten.

Der Schriftzug «Feuerwehr» ist auf einem Einsatzfahrzeug angebracht. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die wegen eines Waldbrandes bei Wöbbelin (Landkreis Ludwigslust-Parchim) südlich von Schwerin gesperrte Autobahn 14 ist am Montagnachmittag wieder für den Verkehr frei gegeben worden. Die Bewässerung der Waldschneisen rund um den Brandherd und der Regen am Morgen hätten maßgeblich zur Entspannung der Lage beigetragen, teilte Kreiswehrführer Uwe Pulss als Einsatzleiter mit. Glutnester seien nur noch vereinzelt festzustellen gewesen. Die Rauchentwicklung habe abgenommen und die Detonation von Munitionsaltlasten deutlich nachgelassen, begründete Pulss die Aufhebung der Sperrung zwischen dem Autobahn-Kreuz Schwerin und der Abfahrt Ludwigslust. Wie ein Sprecher der Autobahnpolizei mitteilte, erfolgte die Freigabe mit etwa zweistündiger Verzögerung, da es Abspracheprobleme gegeben habe.

Das Feuer war am Freitagabend aus bisher noch ungeklärter Ursache in einem Kiefernwald nahe Wöbbelin ausgebrochen. Wegen des starken Rauchs und der Detonationsgefahr infolge von Munitionsresten, die zum Großteil aus dem Zweiten Weltkrieg stammen sollen, war die in etwa 400 Metern Entfernung verlaufende Autobahn 14 gesperrt worden. Schon 2019 hatte es nur wenige Kilometer südlich in einem ebenfalls munitionsbelasteten Wald bei Groß Laasch sowie auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen folgenreiche Großbrände gegeben.

Nach den Worten von Innenminister Torsten Renz (CDU) hat das Land wichtige Konsequenzen aus diesen Ereignissen gezogen und in der Brand- und Katastrophenbekämpfung neue Wege eingeschlagen. «Wir haben Erkundungstrupps Luft eingerichtet, sie mit Drohnen ausgestattet und geschult. Der Waldbrand bei Wöbbelin hat uns gezeigt, dass dies ein richtiger Schritt war», sagte Renz, der sich am Samstag an der Brandstelle ein Bild von der Lage gemacht hatte.

Mit Hilfe der Drohnen habe die Brandausbreitung genau beobachtet und das Einsatzkonzept angepasst werden können. Er habe hoch professionell arbeitende Einsatzkräfte erlebt, würdigte der Minister die Arbeit der Feuerwehrleute. Laut Landkreis-Sprecher waren Angehörige von neun Freiwilligen Wehren im Einsatz.

Die rund neun Hektar große Brandfläche werde weiter künstlich beregnet, hieß es. Dazu sei die Feuerwehr noch vor Ort. Nach Angaben des Kreis-Sprechers sollte die betroffene Waldfläche noch am Montag wieder zurück in die Obhut der Landesforst als deren Eigentümerin übergeben werden.

Mit der Streckenfreigabe bei Wöbbelin waren allerdings nicht alle Probleme auf der A 14 in Mecklenburg-Vorpommern beseitigt: Wegen einer Fahrbahnaufwölbung in Höhe Plate musste laut Polizei zwischen Schwerin Nord und dem Autobahnkreuz Schwerin die Strecke in Richtung Süden vorübergehend gesperrt werden.

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