Schwesig in sanierter Stasi-Dokumentations- und Gedenkstätte

02.07.2021 Nur wenige Hundert Meter vom Rostocker Zentrum entfernt liegt die ehemalige Stasi-Untersuchungshaftanstalt. Dort, wo früher Angst und Schrecken verbreitet wurden, ist heute eine Gedenkstätte. Nach ihrer Sanierung empfängt sie hohen Besuch.

Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Für Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) ist das Erinnern, Mahnen und Gedenken an die Opfer von staatlichem Unrecht eine große gemeinsame Aufgabe von Staat und Gesellschaft. Beim Besuch der sanierten Dokumentations- und Gedenkstätte in der ehemaligen Stasi-Untersuchungshaftanstalt in Rostock am Freitag sagte sie, dass dort viele Menschen über Monate festgehalten wurden, häufig ohne Kontakt zur eigenen Familie. «Und all das nur, weil sie eine andere Meinung hatten, weil sie mehr Freiheiten wollten.»

Den rund 4900 Frauen und Männer, die hier zwischen 1960 und 1989 inhaftiert waren, sei schweres Unrecht widerfahren, stellte Schwesig fest. Das Land habe die Sanierung mit 2,4 Millionen Euro gefördert, der Bund habe sich mit weiteren 1,8 Millionen Euro beteiligt. Die Gedenkstätte informiere eindrucksvoll über die Arbeit der Staatssicherheit, die Haftbedingungen in der Anstalt und über die Verhörmethoden der Stasi, lobte die Regierungschefin. Trägerin der Gedenkstätte ist die Landeszentrale für Politische Bildung.

Bereits am 68. Jahrestag des DDR-Volksaufstandes, dem 17. Juni 1953, hatten ehemalige Häftlinge erstmals die Gelegenheit, das Gebäude zu besichtigen. Die Gedenkstätte soll nach dem Willen der neuen Leiterin, Steffi Brüning, ein offenes Haus für die Betroffenen sein.

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