Rätselhafter Jungen-Mord: Hinweise nach ZDF-Sendung

15.07.2021 Der Tod eines 14-Jährigen in Westmecklenburg beschäftigt Ermittler in Rostock. Der Fall aus dem Jahr 1997 wurde nun erneut bei «Aktenzeichen ...XY ungelöst» vorgestellt. Etwa 30 Hinweise gingen ein.

ZDF-Moderator Rudi Cerne im Studio der Sendung «Aktenzeichen XY ... ungelöst». Foto: Sina Schuldt/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Fast 24 Jahre nach dem rätselhaften Mord an einem 14-jährigen Jungen aus Boizenburg (Ludwigslust-Parchim) verfolgt die Polizei neue Hinweise. «Bis zum Nachmittag hatten wir etwa 30 neue Hinweise», sagte Polizeisprecherin Sophie Pawelke am Donnerstag in Rostock. Diese hätten sich nach der Ausstrahlung der ZDF-Sendung «Aktenzeichen ...XY ungelöst» am Mittwochabend ergeben.

Mehrere Anrufer hätten Namen von Kontaktpersonen von damals genannt, mit denen das Geschehen vom Verschwinden des Jungen am 17. Oktober bis zum Leichenfund am 1. November 1997 aufgeklärt werden könnte. «Wir sind gespannt, wie das weitergeht, denn der Beitrag kann in der Mediathek ja noch weiter gesehen werden.» Manchmal müssten Zuschauer auch erst «eine Nacht darüber schlafen, bevor sie sich melden».

Die bekleidete Leiche des Jungen war am 1. November von einem sogenannten Treiber bei einer größeren Jagd gefunden worden. Sie lag in einem Wald mit jungen Bäumen etwa zehn Kilometer von Boizenburg entfernt. Ein Schuh fehlte. Da der Fall bisher nicht aufgeklärt werden konnte, hatte die Ermittlergruppe «Cold Case Unit» aus Rostock die neuesten Entwicklungen in der ZDF-Sendung vorgestellt. Zur genauen Todesursache wollte die Polizei aber nichts sagen: «Das ist Täterwissen», sagte die Sprecherin.

Demnach lebte der 14-jährige Martin Drewes damals mit einer Schwester bei den Eltern. Er habe regelmäßig in einer Jugenddiskothek in Boizenburg geholfen, die nur 100 Meter von seiner Wohnung entfernt war. Diese Disko im «Kulti», dem Kulturhaus von Boizenburg, habe er am 17. Oktober - einem Freitag - auch besucht. Seine Eltern waren unterwegs.

Er sei aber nach Ende gegen 22.00 Uhr erst mit einem Bekannten ein Stück in eine andere Richtung und dann alleine zu einer noch unbekannten Adresse gegangen. Die Ermittler sprachen in dem Zusammenhang von einer «Villa» in dem Ort, in der damals andere junge Leute lebten und wo es auch Drogen gegeben haben soll. Drewes galt aber nicht als Drogenkonsument.

Außerdem werde ein Mann gesucht, der damals einen roten Transporter gefahren und junge Leute angesprochen haben soll, ob man nicht zusammen Pfandflaschen sammeln könne. «Auch dazu gab es Hinweise», sagte Pawelke. Die Polizei sucht auch Hinweise auf den weiter fehlenden Sportschuh, den der 14-Jährige getragen haben soll. Für Hinweise sei eine Belohnung von 5000 Euro ausgelobt worden.

Seit zwei Jahren wird in Rostock wieder in diesem Fall ermittelt. Neue kriminaltechnische Untersuchungsmöglichkeiten und Hinweise, die manch einer heute vielleicht eher geben kann als damals, könnten helfen, solche «kalten Fälle» doch noch aufzuklären.

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