Wahlumfrage sieht rot-schwarze Landesregierung gestärkt

15.07.2021 Alles weiter so nach dem 26. September? Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) führt derzeit in Schwerin die dritte rot-schwarze Koalition in Folge. Einer aktuellen Umfrage zufolge könnte die vierte Ausgabe folgen.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und ihr Stellvertreter Harry Glawe. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Gut zwei Monate vor der Landtagswahl sieht eine Wahlumfrage die von SPD und CDU gebildete Landesregierung in einem positiven Trend. In einer repräsentativen Umfrage von Infratest-dimap im Auftrag von NDR, «Ostsee-Zeitung» und «Schweriner Volkszeitung» landet die SPD bei 27 und die CDU bei 23 Prozent. Bei der letzten Erhebung im Mai dieses Jahres hatten die SPD 23 und die CDU 21 Prozent erreicht. In Mecklenburg-Vorpommern wird zeitgleich mit der Bundestagswahl am 26. September ein neuer Landtag gewählt.

Die AfD kommt laut Umfrage auf 16 nach 17 Prozent im Mai. Die Linke landet aktuell bei 12 Prozent (zuvor 11 Prozent). Die FDP würde mit 7 Prozent den Wiedereinzug in den Schweriner Landtag schaffen. Nachdem die Grünen im Mai noch 14 Prozent erreichten, hat sich der mögliche Stimmenanteil auf 7 Prozent halbiert.

«Ministerpräsidentin Manuela Schwesig wird das Zugpferd für die SPD sein», sagte der Politologe Wolfgang Muno von der Universität Rostock angesichts der hohen Zufriedenheit der Wähler mit ihrer Arbeit. 67 Prozent zeigten sich in der Umfrage zufrieden oder sehr zufrieden mit Schwesig. «Da muss sich der Spitzenkandidat der CDU, Michael Sack, noch strecken.» Sack kam auf 21 Prozent Zustimmung, die Vorsitzende der oppositionellen Linksfraktion, Simone Oldenburg, auf 26 Prozent.

Die Fortsetzung der rot-schwarzen Koalition sei nun eine der zwei Optionen, die Schwesig nach einem Wahlsieg hat, der dem aktuellen Umfrageergebnis entspricht. Abhängig von dem Ergebnis der kleineren Parteien, die allerdings an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterten, sei auch noch rot-rot-grün möglich. Für eine weitere SPD/CDU-Koalition spreche, dass das Verhältnis innerhalb des Kabinetts als gut gelte und die Arbeit weitgehend reibungslos ablaufe, sagte Muno. Die Fortsetzung wäre für Schwesig eine sichere Option.

«Der Grünen-Hype ist vorbei», kommentierte der Politologe den Absturz der Grünen. Sie seien nun wieder auf einem realistischen Niveau angekommen, mit dem sie allerdings immer noch deutlich im Landtag wären. Muno erinnerte an die Wahlen in Sachsen-Anhalt, wo es die Grünen nach zweistelligen Umfragewerten «dann gerade mal so in den Landtag geschafft haben». Ein zweistelliges Grünen-Ergebnis sehe er als absolut illusorisch an.

Gut 40 Prozent der Wahlberechtigten in Mecklenburg-Vorpommern setzen laut einer Umfrage nach der Landtagswahl im September weiter auf eine sozialdemokratisch geführte Landesregierung. Laut Umfrage wünschen sich 43 Prozent die SPD von Schwesig in der Staatskanzlei in Schwerin.

Eine SPD-geführte Regierung wünschen sich demnach nicht nur die SPD-Anhänger (92 Prozent), sondern auch die der Linken (75 Prozent) und der Grünen (67 Prozent). Gut jeder vierte Wahlberechtigte (26 Prozent) spricht sich der Umfrage zufolge aktuell für ein CDU-geführtes Kabinett aus, darunter neben den CDU-Anhängern (80 Prozent) auch gut jeder zweite FDP-Anhänger (52 Prozent).

Bei der Landtagswahl 2016 hatte die SPD einen Stimmenanteil von 30,6 und die CDU von 19,0 Prozent. Zweitstärkste Partei war die AfD mit 20,8 Prozent, die Linke kam auf 13,2 Prozent. Grüne (4,8 Prozent) und FDP (3,0 Prozent) scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde.

Für die Umfrage wurden in Telefon- und Online-Interviews 1159 Mecklenburger und Vorpommern im Zeitraum vom 8. bis 13. Juli befragt. Weitere Ergebnisse der Umfrage sollten am Donnerstag veröffentlicht werden.

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