Kassenärzte in MV: Mehr Corona-Schutzimpfungen in Arztpraxen

04.08.2021 Die Kassenärztliche Vereinigung in Mecklenburg-Vorpommern hält die Fortführung der Impfzentren über den Sommer hinaus für verzichtbar und plädiert für eine stärkere Verlagerung der Corona-Schutzimpfungen in die Arztpraxen. «Statt endlich Ordnung in das Impfchaos zu bringen, soll nun auch im Herbst bei einer möglichen dritten Impfung weiterhin die Arbeit der niedergelassenen Ärzte behindert werden», beklagte Torsten Lange, Vorsitzender der KV-Landesvertreterversammlung am Mittwoch in Schwerin.

Eine Arzthelferin impft eine Patentin mit einer Spritze. Foto: Ole Spata/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Einsatz mobiler Teams etwa in Pflegeheimen mache auch weiterhin Sinn. Doch müsse der Fortbestand der aufwendigen und kostenintensiven Impfzentren kritisch hinterfragt werden. Es gebe ein ständiges Hin und Her, wer wo wann geimpft wird, und es werde sowohl in den Impfzentren als auch für die Praxen immer schwieriger, Patienten für Covid-19-Impfungen zu gewinnen, sagte Lange zur Begründung.

Nach Überzeugung des Rostocker Mediziners macht es wenig Sinn, die im Herbst anstehenden Grippeschutzimpfungen in den Praxen anzubieten und parallel Corona-Impfung in Impfzentren. «Naheliegend und sinnvoller wäre es, beide Impfungen an einem Ort wieder vollständig in die Hände der niedergelassenen Kollegen zu geben», erklärte Lange. Diese hätten bewiesen, dass sie ihre Patienten wohnortnah ohne bürokratische Einladungsverfahren in kurzer Zeit impfen können.

Wie aus Daten des Landesamtes für Gesundheit und Soziales hervorgeht, erhielten in Mecklenburg-Vorpommern bislang rund 513.000 Menschen ihre Erstimpfung in einem Impfzentrum oder durch mobile Impfteams. In Arztpraxen wurden demnach etwa 450.000 Erstimpfungen verabreicht.

Die Gesundheitsminister der Länder hatten sich am Montag darauf verständigt, ab September Auffrischungs-Impfungen für Risikogruppen anzubieten. Damit soll insbesondere der Infektionsschutz für Bewohner von Pflegeheimen sichergestellt werden. Unter den Heimbewohnern hatte es zu Beginn der Pandemie besonders viele Corona-Opfer gegeben.

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