Ex-AfD-Landeschefin Dana Guth wechselt zu LKR

14.01.2021 Die ehemalige niedersächsische AfD-Landes- und Fraktionschefin Dana Guth hat sich nach ihrem Parteiaustritt der Kleinpartei der Liberal-Konservativen Reformer (LKR) angeschlossen. Das teilte der LKR-Bundesvorsitzende Jürgen Joost am Donnerstag mit. Vor Guth hatte sich bereits der frühere niedersächsische AfD-Landtagsabgeordnete Jens Ahrends der LKR angeschlossen. Neben Guth wechselte auch der Landtagsabgeordnete Frank Brodehl aus Schleswig-Holstein zur LKR, die damit auch im dortigen Landtag vertreten ist.

Dana Guth spricht bei einem Parteitag. Foto: Swen Pförtner/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Wir kritisieren nicht das System, wir kritisieren Fehler im System», betonte Joost. Mit Blick auf die anstehende Entscheidung über den CDU-Vorsitz, um den sich unter anderem Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet bewirbt, sagte er: «Dabei dürfen Sie uns in der Mitte gerne rechts von Armin Laschet einordnen.» Brodehl sagte, in der AfD gebe es einige Mitglieder, die kein Problem damit hätten, dass sich «Rechtsradikale dort tummeln».

Der LKR gehören auch zwei Bundestagsabgeordnete an, die einst in der AfD waren, Uwe Kamann und Mario Mieruch aus Nordrhein-Westfalen. Mieruch hat in der LKR den Posten des Generalsekretärs übernommen.

Die Gründung der LKR geht auf die Spaltung der AfD im Sommer 2015 zurück. Damals hatten AfD-Gründer Bernd Lucke und etliche Vertreter des wirtschaftsliberalen Flügels aus Protest gegen einen von ihnen konstatierten Rechtsruck der AfD eine eigene Partei gegründet. Diese eurokritische Partei hieß zuerst ALFA. Sie musste sich nach einem Namensstreit umbenennen. Zur Bundestagswahl 2021 will sie bundesweit antreten. Luck e ist heute LKR-Mitglied ohne Führungsposition.

Die als moderat geltende Guth war Anfang Dezember aus der AfD ausgetreten. Auslöser war ein im Spätsommer ausgebrochener Richtungsstreit, nachdem der AfD-Bundestagsabgeordnete Jens Kestner Guth an der Landesparteispitze abgelöst hatte. Kestner wurde bisher dem nun offiziell aufgelösten, völkisch-nationalistischen «Flügel» zugerechnet. Als Guth auch als Fraktionsvorsitzende abgelöst werden sollte, trat sie mit den Abgeordneten Stefan Wirtz und Jens Ahrends aus der Fraktion aus. Damit hörte die Landtagsfraktion auf zu bestehen, weil sie nicht mehr die erforderliche Mindestzahl von Mitgliedern hat.

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