Blitzer bescheren niedersächsischen Städten Millionen

01.02.2021 Raser und andere Verkehrssünder polieren durch Bußgelder die Stadtkassen auf. Daran hat auch Corona kaum etwas geändert.

Ein Radargerät fotografiert einen Autofahrer, der trotz roter Ampel auf eine Kreuzung fährt. Foto: Lucas Bäuml/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mit Einnahmen durch Blitzer haben niedersächsische Städte auch im vergangenen Jahr teils Millionen eingenommen. In Hannover waren es rund 4,1 Millionen Euro, wie ein Sprecher der Landeshauptstadt mitteilte. Sie stammten aus Bußgeldern für rund 84 000 Geschwindigkeitsverstöße und 4600 Rotlichtverstöße. Diese vorläufigen Zahlen bewegen sich auf dem Niveau der Vorjahre - trotz Pandemie. «Einen wie auch immer gearteten «Corona-Effekt» können wir nicht feststellen», sagte Sprecher Udo Möller. Verstöße, die die Polizei registrierte, sind in die Zahlen nicht eingerechnet.

In Braunschweig ist 2020 die Zahl der Geschwindigkeitsübertretungen mit 20 375 ein wenig geringer gewesen als mit 22 299 im Jahr zuvor. Inwiefern das tatsächlich auf die Corona-Restriktionen zurückzuführen ist, konnte die Stadt nicht sagen. Natürlich wirkten und wirken sich die Corona-Bestimmungen auf das Verkehrsaufkommen aus, wie ein Sprecher mitteilte. Neben Verringerungen des Verkehrs müsse aber auch berücksichtigt werden, dass es Verlagerungen zwischen den Verkehrsmitteln gebe. «Als sehr grobe Schätzung ist davon auszugehen, dass im vergangenen Jahr in den sechs Monaten, in denen Einschränkungen galten, etwa 20 bis 30 Prozent weniger auf den Straßen waren», erklärte Adrian Foitzik.

Bei den kommunalen Geschwindigkeitsmessungen in Wolfsburg wurden knapp 93 000 Verstöße verzeichnet, 2019 waren es rund 77 000, 2018 rund 69 000. Die Geschwindigkeitsmessungen führten zu Verwarnungs- und Bußgeldeinnahmen in Höhe von knapp 2,5 Millionen Euro. 2019 waren es 2,1 Millionen, 2018 1,8 Millionen. «Das zurückliegende Jahr ist mit keinem der Vorjahre vergleichbar», berichtete Ordnungsamtsleiter Axel Piepers. So war deutlich weniger Verkehr auf den Straßen unterwegs. Die Mobilität der Menschen war reduziert und das war auch in der Verkehrsüberwachung spürbar.

In Osnabrück wurden mehr als 65 000 Verstöße im fließenden Verkehr geahndet. Daraus resultierten Einnahmen in Höhe von knapp 1,5 Millionen Euro. Weil 2019 die stationäre Überwachung mehrere Monate stillgestanden hatte, sind die Zahlen nicht vergleichbar. Damals waren mehr als 30 000 Verstöße im fließenden Verkehr geahndet worden und daraus Einnahmen in Höhe von rund 667 000 Euro gefolgt.

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