Gemeinde Wangerland: Erneut Klage gegen Strandeintritt

16.03.2021 Der Streit um freien Strandzugang und Strandeintritt in der Gemeinde Wangerland (Kreis Friesland) geht in eine neue Runde. Die Initiative «Freie Strände für freie Bürger» habe Klage beim Verwaltungsgericht Oldenburg eingereicht, wie Initiator Janto Just am Dienstag mitteilte. Ein Gerichtssprecher bestätigte, dass im Februar eine entsprechende Klage eingegangen sei. Diese werde nun geprüft. Weitere Einzelheiten nannte er nicht. Zunächst hatten mehrere Medien berichtet.

Die Statue der Justitia steht mit einer Waage und einem Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Aus Sicht des Klägers ist die Gemeinde Wangerland den Vorgaben eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts (BVG) aus dem Jahr 2017 bislang nur unzureichend nachgekommen. Die Richter des BVG hatten die Eintrittsgebühren für zwei Strände in der Gemeinde Wangerland für rechtswidrig erklärt. Eine Gebühr ist demnach nur an solchen Abschnitten rechtens, an denen die Kommune etwa mit Kiosken, Umkleidekabinen und Toiletten für eine höhere Badequalität sorgt.

Die Initiative bemängelt in ihrer Klage nun unter anderem, dass die Gemeinde auch in der Nebensaison an Stränden Eintritt nehme. Für den Badebetrieb genutzt würden die Strände lediglich in den Sommermonaten von Juni bis August - nur dann gebe es auch eine Badeaufsicht. Von Ostern bis Anfang Juni sei die Nordsee bei Wassertemperaturen von 8 bis 14 Grad und ab Mitte September ohnehin zu kalt. «In den Monaten April und Mai sowie von Mitte September bis Oktober dürfte daher nirgendwo Strandeintritt erhoben werden», teilte der Kläger mit.

Wangerlands Bürgermeister Björn Mühlena (SPD) teilte auf Anfrage mit, er könne die Klagepunkte nicht nachvollziehen. «Dass das Frühjahr zu kalt ist zum Baden, ist aus unserer Sicht kein taugliches Argument.» Der gesamte Strand werde schließlich auch im Frühjahr als Naherholungsgebiet genutzt - etwa für ein Zusammensitzen in den Dünen, einen Spaziergang am Strand oder von Surfern. Auch dafür müsse die Gemeinde den Strand pflegen, sanitäre Anlagen und Personal vorhalten. Dies werde über den Strandeintritt finanziert.

Um den Zugang zu Stränden in der Gemeinde Wangerland hatte es in der Vergangenheit immer wieder Streit gegeben. Die Gemeinde hatte als Reaktion auf das Urteil zeitweise auf die Gebühren verzichtet. Nachdem die freien und die kostenpflichtigen Strandabschnitte neu geordnet waren, hatte sie diese aber wieder kassiert.

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