Prozess um totes Kind: Tun mit Angst vor Mann begründet

19.03.2021 Im Prozess gegen einen mutmaßlichen Anhänger der Terrormiliz IS in Frankfurt ist am Freitag die Zeugenaussage der damaligen Ehefrau des Angeklagten fortgesetzt worden. Die aus Lohne (Kreis Vechta) stammende Jennifer W. muss sich selber seit einiger Zeit in München vor Gericht verantworten, in beiden Prozessen geht es um den Tod eines kleinen jesidischen Mädchens.

Eine goldfarbene Justitia-Figur. Foto: Britta Pedersen/ZB/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Mann soll das Mädchen als Bestrafung bei glühender Hitze an ein Fenster im Hof seines Hauses gebunden haben. Das Kind starb qualvoll, so der Vorwurf der Bundesanwaltschaft.

Als Zeugin schilderte die Frau vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Freitag weitere Details über das Leben mit einer versklavten Jesidin und ihrer Tochter. Sie habe die Versklavung von Jesiden «fürchterlich» gefunden, sagte Jennifer W.. Ihr damaliger Mann habe die jesidische Frau und das Kind geschlagen. Sie sei nicht dazwischen getreten, weil sie sich vor ihrem Mann gefürchtet habe. Auf Fragen der Bundesanwaltschaft und der Nebenklage antwortete Jennifer W. nicht, sondern verwies auf ihr Aussageverweigerungsrecht.

Der Ex-Mann der aus Niedersachsen stammenden 29-Jährigen ist der Iraker Taha Al-J., der sich seit April vergangenen Jahres vor dem OLG Frankfurt verantworten muss. Ihm werden unter anderem Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen.

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