Digitaler Oster-Gottesdienst gefordert: Bischöfe irritiert

23.03.2021 Die niedersächsischen Bischöfe haben sich irritiert gezeigt über die Forderung von Bund und Ländern nach einem Verzicht von Gottesdiensten in Präsenzform an Ostern. «Wir sind irritiert darüber, aus den Medien erfahren zu müssen, dass die Kirchen gebeten sind, von Gründonnerstag bis Ostermontag ausschließlich digitale Gottesdienste zu halten», teilten die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen und des Katholischen Büros Niedersachsen am Dienstag mit.

Die Sonne im blauen Himmel hinter einem Kreuz. Foto: Marcus Brandt/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bund und Länder hatten sich in der Nacht zu Dienstag darauf geeinigt, die Religionsgemeinschaften zu bitten, an Ostern auf Präsenzgottesdienste zu verzichten.

«Seit Wochen bereiten unsere Gemeinden die Gottesdienste von Palmsonntag bis Ostermontag vor und überlegen sich unterschiedliche Formate, die Botschaft von Kreuz und Auferstehung weiterzugeben: Gottesdienste in Kirchen und im Freien, Live Stream Gottesdienste, Haustür-Aktionen, Andachten auf Treckern und an Straßenkreuzungen», heißt es weiter. Dazu gebe es detaillierte Hygienekonzepte, die auch strikt angewandt würden.

«Im Sinne der Eigenverantwortlichkeit der Kirchen ist es unser Ziel, im Rahmen der bisherigen Regelungen der niedersächsischen Corona-Verordnung auch über Ostern Gottes-dienste sowohl präsentisch als auch digital zu feiern», erklären die Bischöfe weiter. Zudem betonten sie, dass sie Wert auf die Eigenverantwortung der Kirchen legen. Das lokale Infektionsgeschehen werde jedoch bei der Entscheidung über die Form des Gottesdienstes immer berücksichtigt.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte am Dienstagabend angekündigt, mit den Kirchen und den Glaubensgemeinschaften über die Gottesdienste sprechen zu wollen.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News