Experten fordern Modernisierung der Innenstädte

25.03.2021 Niedersachsens Städte sollten nach Ansicht von Experten die Corona-Krise nutzen, um neue Konzepte für ihre Citys zu entwickeln. «Wir müssen unsere Städte ein Stück weit neu erfinden und auch neu entdecken», sagte der Raumplaner Frank Osterhage vom Dortmunder Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung in einer digitalen Konferenz des Regionalministeriums am Donnerstag.

Blick in eine leere Einkaufsstraße in der Innenstadt von Hannover. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Vielen Innenstädten sei es schon vor Corona nicht gut gegangen, sagte Osterhage. Umfragen zeigten, dass die Ansprüche steigen. So brauche die Innenstadt der Zukunft eine bessere Aufenthaltsqualität, etwa mit mehr Grünflächen, ansprechendere digitale Angebote sowie eine vielfältigere Nutzung, zu der neben Geschäften auch Gastronomie, Ärzte und Wohnungen gehörten. Außerdem gewinne die Anbindung an den Nahverkehr im Vergleich zur Erreichbarkeit mit dem Auto an Bedeutung.

Axel Priebs von der Akademie für Raumentwicklung in Hannover kritisierte, viele Städte arbeiteten bisher nicht strategisch. Die Abstimmung der Öffnungszeiten oder die Modernisierung des öffentlichen Raums beispielsweise seien sträflich vernachlässigt worden. Zudem sei die Online-Präsenz des stationären Handels vielerorts eine Katastrophe: «Da fehlt es an jedem Verständnis.»

Das Regionalministerium will das mit Hilfe verschiedener Förderungen ändern. So sind über das Programm «Zukunftsräume Niedersachsen» seit 2019 bereits 41 Projekte mit einer Gesamtsumme von 8,3 Millionen Euro bewilligt worden - etwa zur Wiederbelebung einer alten Molkerei in Hoya als Jugendzentrum, zur Verringerung des Lieferverkehrs in Lingen oder zur Vermeidung von Leerständen in Verden und Einbeck.

Daneben verhandelt das Ministerium mit der EU-Kommission über ein neues Programm aus Mitteln zur Pandemiebekämpfung. «Wir werden ein großes Soforthilfeprogramm für unsere Städte auflegen. 117 Millionen Euro sind da am Start», kündigte Ministerin Birgit Honé (SPD) an.

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