Mitmach-Aktion: Gärten sollen Arten Lebensraum bieten

05.04.2021 Gepflegte Gärten sind eine Augenweide - für viele Tiere und Insekten bieten sie allerdings kaum Lebensraum, da Nahrungsquellen wie etwa Wildblumen fehlen. Der Kreis Friesland will nun mehr Platz für Arten schaffen und ruft die Friesländer mit ihren Gärten zum Mitmachen auf.

Wildblumen blühen auf einer Wiese. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Landkreis Friesland will mehr für den Artenschutz tun und setzt dazu auch auf die Hilfe von Bürgerinnen und Bürgern. Unter dem Titel «Ein Quadratmeter Garten für Frieslands natürliche Arten» sollen möglichst viele private Grünflächen sich selbst überlassen werden und ungestört wachsen, wie die Kreisverwaltung in Jever mitteilte. Auf diese Weise sollen heimische Pflanzen und Tierarten in den Gärten der Friesländer mehr Lebensraum bekommen - und so zu mehr Biodiversität insgesamt beitragen.

«Auf unserem Planeten gehen die Arten verloren, etwa 150 weltweit pro Tag», sagte Petra Walentowitz, von dem mobilen Umweltbildungsangebot Mobilum, das die Aktion mit der Kommunalverwaltung organisiert. Im Kreis Friesland seien zuletzt etwa weniger Brutvogelarten festgestellt worden, erklärte die Naturschützerin. Niedersachsenweit stehe fast die Hälfte aller Brutvogelarten auf der Roten Liste.

Um mehr natürlichen Lebensraum für Arten zu schaffen, habe der Kreis im vergangenen Jahr testweise die Pflege entlang von Flächen der Kreisstraßen, wie etwa den Grünschnitt, reduziert. «Das Ergebnis war sehr ermutigend», sagte Walentowitz. Nach kurzer Zeit seien Klee, Scharfgabe, Löwenzahn oder Butterblumen gewachsen und hätten so Lebensraum und ein Nahrungsangebot für Tiere und Insekten geboten. Weitere Städte und Gemeinden im Kreis Friesland hätten daraufhin angekündigt, sich 2021 auch mit ihren Straßenrändern zu beteiligen.

«Wir wollen daran anknüpfen und nun die Bürgerinnen und Bürger mit einbinden, einen Quadratmeter ihres Gartens einfach wachsen zu lassen - wer mag, natürlich auch mehr», sagte Walentowitz. Dort solle am besten auch nichts ausgesät werden. Wildblumen und Wildkräuter würden ganz von allein ihren Weg finden - selbst in weitgehend versiegelten Baugebieten. Es brauche nur überhaupt einen freien, ungestörten Platz zum Wachsen, sagte Walentowitz. Die Hoffnung der Naturschützer: Durch die vielen kleinen Flächen könnte sich so ein Netz mit zahlreichen kleinen Inseln für den Artenschutz bilden.

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