Marburger Bund kritisiert niedersächsische Landesregierung

13.04.2021 Der Marburger Bund kritisiert die Einschätzung der niedersächsischen Landesregierung zur Situation auf den Intensivstationen. «Wenn die Beschäftigten hören, die Lage in den niedersächsischen Kliniken sei entspannt, fühlen sie sich und ihre Arbeit – dem täglichen Ringen um Leben und Tod – völlig unverstanden», betonte Hans Martin Wollenberg, Vorsitzender des Marburger Bundes Niedersachsen, am Dienstag. Zuvor hatte unter anderem die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin auf deutlich steigende Covid-19-Fallzahlen auf den Intensivstationen hingewiesen. Es drohe endgültig eine Überlastung des Systems, warnte Wollenberg. 

Eine Pflegerin schaut sich in einer Intensivstation die Werte eines Beatmungsgeräts an. Foto: Christophe Gateau/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die niedersächsische Staatskanzlei und das Sozialministerium hätten die Lage in den Krankenhäusern hingegen als «entspannt» dargestellt und geäußert, es bestünde «kein Grund zur Dramatik und Panik», kritisiert der Marburger Bund Niedersachsen. Die Patienten der dritten Welle seien jünger und müssten wahrscheinlich länger behandelt werden.

«Wir erwarten von der Landesregierung Antworten, was ihrer Meinung nach gegen die deutlich zunehmende Intensivbettenbelegung zu tun ist», forderte Wollenberg. Die Pflege und ärztliche Behandlung von Covid-19-Patienten sei intensiv und fordernd. Das sei keine Dramatisierung, das sei die Realität. Die Beschäftigten in den Kliniken versuchten jeden Tag, ihren schwerkranken Patienten gerecht zu werden und gingen dabei an die eigenen Grenzen. 

© dpa-infocom GmbH

Weitere News