Städtetagspräsident glaubt nicht mehr an Modellprojekte

15.04.2021 Niedersachsens Städtetagspräsident Ulrich Mädge glaubt nicht mehr an das Projekt der Öffnung der Innenstädte in der Corona-Pandemie. «Tief frustrierend» bezeichnete der Lüneburger Oberbürgermeister den landesweiten Stopp der Modellprojekte bei einer Online-Veranstaltung des Landesverbands des CDU-Wirtschaftsrats am Mittwoch zur Krise der Innenstädte. «Wir waren soweit, am Donnerstag mit dem Modellprojekt zu beginnen», sagte Mädge (SPD) nach Angaben der «Braunschweiger Zeitung» (Donnerstag).

Ulrich Mädge (SPD), Oberbürgermeister von Lüneburg und Städtetagspräsident. Foto: Philipp Schulze/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

13 Kommunen wollten in diesen Tagen ausgesuchte Regionen mit Einzelhändlern, Restaurants und Kultureinrichtungen mit einem Corona-Gesundheitskonzept öffnen. Wochenlang hätten die Kommunen bei Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) für die Idee geworben, dann seien Einzelhändler und Co. umworben worden, man habe sich an die Medien gewandt, und dann sei nur die Absage gekommen. «Das kann man nicht mehr erklären», sagte Mädge.

So lange die Bundesregierung an einem Inzidenz-Grenzwert von 100 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen festhalte, rückten Öffnungen in weite Ferne. Er warf der Berliner Politik Realitätsferne vor und spekulierte, dass «viele der Damen und Herren dort gar nicht mehr selbst einkaufen gehen».

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