Impfwochenende soll Lage in Niedersachsen entspannen helfen

24.04.2021 Kommt Niedersachsen beim Impfen gegen das Coronavirus langsamer voran als andere Bundesländer? Mit einem Impfwochenende soll die Kampagne nun an Fahrt aufnehmen. Ist das nur ein PR-Gag, wie die Opposition kritisiert?

Ein Arzt impft einen Mann in einem Impfzentrum gegen Corona. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mit einem Impfwochenende am Samstag und Sonntag will das Gesundheitsministerium in Niedersachsen die Impfkampagne gegen das Coronavirus beschleunigen. An beiden Tagen sind in den 50 Impfzentren des Landes zusammen rund 70 000 Impfungen geplant, etwa doppelt so viel wie an den vorangegangenen Wochenenden.

Mehr Impfdosen als das Land ohnehin erhält stehen für die Aktion aber nicht zur Verfügung. Und: Kurzfristig und spontan kann man sich nicht impfen lassen, die Termine seien bereits alle vergeben, teilte das Ministerium mit. Rund 380 000 bereits impfberechtigte Menschen standen am Freitag in Niedersachsen weiterhin auf der Warteliste.

Zweck der Aktion ist auch, eine Delle bei der Zahl der Impfungen über das Osterwochenende auszugleichen, an dem in etlichen Zentren trotz Ermahnung des Ministeriums weniger als sonst geimpft wurde. Zudem geht es darum, nach der Diskussion um den Impfstoff von Astrazeneca angewachsene Bestände zu verwenden. Zahlreichen Impfberechtigte lehnten zuletzt eine bereits terminierte Impfung mit dem Präparat von Astrazeneca ab - teils auch erst bei der Ankunft im Impfzentrum, so dass nicht alle Impfdosen wie zuvor geplant verbraucht werden konnten.

Die Aktion am Samstag und Sonntag richtet sich vor allem an über 70-Jährige der Priorisierungsgruppe 2, die zuvor noch keinen Termin erhalten hatten. Die Priorisierungsreihenfolge wurde für das Impfwochenende aber nicht aufgeweicht - einen Termin erhielten nur Menschen, die derzeit bereits impfberechtigt sind. Auch für den Impfstoff von Astrazeneca wurde an dieser Regel festgehalten.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Dirk Toepffer kritisierte dies am Freitag. Wenn nach dem Impfwochenende größere Bestände an Astrazeneca-Dosen übrig seien, solle Niedersachsen wie bereits vier andere Bundesländer die Priorisierung für diesen Impfstoff aufheben.

Das Impfwochenende beschleunige die Impfkampagne und führe zu einer schnelleren Immunisierung der Bevölkerung, betonte dagegen der Leiter des Corona-Krisenstabs der Landesregierung und Staatssekretär, Heiger Scholz. Er verteidigte die Aktion gegen Oppositionskritik. Die Grünen-Abgeordnete Meta Janssen-Kucz sprach dagegen von «heißer Luft» und einem «PR-Gag». Unterm Strich werde nicht mehr geimpft als ohne die Aktion.

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