Saisonstart der Freibäder in Niedersachsen ungewiss

28.04.2021 Pack die Badehose ein? Die Tage werden länger und wärmer, doch der Badespaß in Niedersachsen lässt wegen Corona auf sich warten. Schwimmer und Betreiber warten sehnsüchtig.

Helfer streichen ein Schwimmbecken vom Freibad Kleefelder Bad - Annabad. Foto: Julian Stratenschulte/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Freibäder in Niedersachsen bereiten sich auf eine Saison vor, von der noch keiner weiß, wann sie beginnen wird. Sonst wird in manchen Bädern am 1. Mai angebadet, in manchen auch erst Anfang Juni, doch im zweiten Corona-Frühjahr ist allgemein noch keine Öffnung vorgesehen.

«Die Bäder sind instandgesetzt worden», sagte ein Sprecher der Stadt Hannover. «Wir könnten binnen kurzer Frist öffnen.» Derzeit dürften nur Leistungssportler in einigen Hallenbädern trainieren. In den Freibädern sind die Becken nach dem Winter geputzt und ausgebessert worden. Wasser kommt aber noch nicht hinein - so sieht es zum Beispiel im Kleefelder Bad - Annabad in Hannover aus. Es wird vom Polizeisportverein der Landeshauptstadt betrieben.

Rechtlich tut sich einstweilen nichts. «Für den Publikumsverkehr und Besuche sind geschlossen (...) Saunen, Thermen, Schwimm- und Spaßbäder, Solarien, Fitnessstudios (...)» - das steht in Paragraf 10.1.8 der niedersächsischen Corona-Verordnung.

Der Stufenplan 2.0 der Landesregierung vom Februar hatte in Aussicht gestellt, Freibäder mit Hygienekonzept zu öffnen, wenn die Infektionsrate stabil zwischen 25 und 50 Fällen auf 100 000 Menschen in einer Woche liegt. Solche Werte gibt es derzeit nur in Ostfriesland.

Der Stufenplan sei eine «rechtlich unverbindliche Diskussionsgrundlage», teilte das Gesundheitsministerium mit. Entscheidend sei die jeweils aktuelle Verordnung. «Eine Perspektive zur Öffnung der Freibäder kann nicht vorhergesagt werden, sondern ist nach der Entwicklung der Pandemielage zu entscheiden», heißt es.

362 Hallenbäder und 338 Freibäder verzeichnet der Bäderatlas aktuell für Niedersachsen. Die meisten sind in kommunaler Hand. Für Städte und Gemeinden bedeutet der Badespaß für Jung und Alt oft eine Belastung. «Freibäder sind ein heftiges Zuschussgeschäft», sagte Marco Mensen vom niedersächsischen Städte- und Gemeindebund.

Er sei aber sicher, dass die Freibäder wieder aufmachen werden, wenn die Ansteckungsraten sinken. «Die Kommunen sind sehr daran interessiert, ihre Bäder zu öffnen und den Bürgern ein Freizeitangebot zu machen», sagte Mensen.

Der größte Ausgabeposten ist das Personal. Hannover habe einige Mitarbeiter, die derzeit in den Bädern nicht gebraucht werden, abgeordnet, zum Beispiel ins Impfzentrum, sagte Stadtsprecher Udo Möller. Manche Mitarbeiter seien wie vergangenes Jahr in Kurzarbeit.

Und selbst wenn die Bäder irgendwann öffnen dürfen, werden die Corona-Auflagen wie schon im Sommer 2020 eine große Rolle spielen. Um den Abstand zu halten, dürfte es festgelegte Besuchszeiten und eine Begrenzung der Besucherzahlen geben.

In Tarmstedt im Kreis Rotenburg hat sich Samtgemeindebürgermeister Frank Holle (CDU) ebenfalls durch das Bundesinfektionsschutzgesetz und die Landesverordnung gewühlt zum Thema Freibäder - ohne Ergebnis. Seine Samtgemeinde betreibt drei Freibäder in Kirchtimke, Wilstedt und Hepstedt. Vorbereitet seien die Becken, sagt Holle. Er sei froh, wenn in diesem Sommer wenigstens ein Bad öffnen könne.

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