Grüne fordern stärkere Unterstützung von Imkern

29.04.2021 Um mehr Unterstützung für Imker geht es im Landtag in Hannover. Die Grünen wollen Einschränkungen beim Einsatz von Insektengiften in der Landwirtschaft, damit Bienen besser gedeihen. Auch die Gartengestaltung spielt dabei eine Rolle.

Ein Imker hält eine Bienenwabe in den Händen. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Grünen im Landtag in Hannover machen sich für eine bessere Unterstützung von Hobby- und Berufsimkern in Niedersachsen stark. Insbesondere müsse sich die Landesregierung für ein endgültiges Verbot besonders schädlicher Insektengifte in der Landwirtschaft einsetzen, die Bienenvölker in Gefahr brächten, hieß es in dem Entschließungsantrag, über den der Landtag am Donnerstag beraten hat. Der Pestizideinsatz in der Landwirtschaft müsse weiter reduziert und wie etwa in Schweden und Dänemark eine Pestizidabgabe eingeführt werden. Außerdem sollten niedersächsische Imker bei der Vermarktung ihres Honigs unterstützt werden.

Zur Begründung erklärten die Grünen, die Imkerei erfreue sich in den vergangenen 15 Jahren einer wachsenden Beliebtheit. Imkerinnen und Imker könnten ein Türöffner für eine weniger mit Pestiziden arbeitende Landwirtschaft sein. Doch es brauche auch politische Entscheidungen für eine bienenfreundlichere Landwirtschaft.

Damit Bienen auch im städtischen Umfeld bessere Lebensbedingungen vorfinden, pochen die Grünen auch auf ein Verbot von sogenannten Schottergärten. Die Kommunen sollten angewiesen werden, solche mit Steinen oder Schotter gefüllten Gartenflächen zu verbieten. An Gebäuden des Landes, wo es sie gibt, sollten diese zurückgebaut werden.

Dem Antrag der Grünen vorangegangen war ein Antrag der Regierungsfraktionen auf das Einführen eines verpflichtenden Imkerscheins, mit dem auch Hobbyimker grundsätzliche Sachkunde im Umgang mit Bienenvölkern nachweisen müssen. Dies lehnen die Grünen ab.

Unterdessen rief der Landesbauernverband am Donnerstag Landwirte erneut zur Teilnahme an der Aktion «Bienenfreundlicher Landwirt» auf. Rund 450 Bauern setzten sich im vergangenen Jahr im Rahmen einer freiwilligen Selbstverpflichtung für mehr Insekten- und Bienenschutz ein, etwa mit Unkrautecken, Staudengärten, Sand- oder Feldsteinhaufen oder Blüh- oder Randstreifen auf Acker- oder Grünlandflächen. Dies geschah oft in Kooperation mit Imkern oder Umweltverbänden. 350 Landwirte haben sich bislang bereits für den neuen Durchgang der Aktion angemeldet, bis zum 21. Juni können Interessierte sich noch melden.

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