Mord in Salzgitter: Überprüfung zur Schwere der Schuld

10.05.2021 Mehr als zwei Jahre nach dem Mord an einem 25 Jahre alten Mann auf einem Parkplatz in Salzgitter hat eine Nachverhandlung zur besonderen Schwere der Schuld begonnen. Am Landgericht Braunschweig muss nun seit Montag überprüft werden, ob die Bewertung im Urteil gegen den Täter Bestand hat. (Az.: 1 Ks 112 s 5153/19 (1/21)) Die lebenslange Haftstrafe für die tödlichen Schüsse in dem Hinterhof in Salzgitter ist durch einen BGH-Beschluss rechtskräftig.

Blick auf den Tatort in Salzgitter. Foto: Peter Steffen/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Verteidiger kündigte an, dass sich der 35 Jahre alte Angeklagte zu seinen persönlichen Verhältnissen äußern werde, sagte ein Gerichtssprecher am Montag. Zum Tatgeschehen selbst will er demnach aber nichts sagen. Das Schwurgericht hatte ihn im Februar 2020 nach einem umfangreichen Indizienprozess wegen Mordes und Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt. Die Bewertung zur besonderen Schwere der Schuld spielt bei einer lebenslangen Haft eine Rolle, wenn nach 15 Jahren eine Aussetzung zur Bewährung geprüft wird.

Nach Überzeugung des Landgerichts wartete der Mann im Januar 2019 mehr als eine Stunde lang in dem Hinterhof auf das Opfer. Als der 25-Jährige aus dem Auto stieg, feuerte der Angeklagte aus kurzer Distanz Schüsse ab. Der Mann starb im Klinikum an seinen Schussverletzungen. Der Verurteilte, der einer muslimischen Familie angehört, tolerierte laut Gericht die Beziehung seiner Schwester zu ihrem Freund mit christlicher Religionszugehörigkeit nicht.

Im Kern soll überprüft werden, ob bei der Tat auch eine Gefahr für andere Menschen bestand. Dabei geht es um mögliche Querschläger bei den Schüssen aus kurzer Distanz, wie der Gerichtssprecher sagte. Auch eine Warnung vor der Tat ist noch einmal Thema. Ein Urteil wird am nächsten Dienstag erwartet.

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