Land will Corona-Beschränkungen zügig weiter lockern

15.06.2021 Die Corona-Regeln gerade für private Treffen und Veranstaltungen sollen schon in den nächsten Tagen weiter gelockert werden. Denn die Infektionslage entspannt sich immer mehr. Und fast die Hälfte der Niedersachsen sind inzwischen mindestens ein Mal geimpft.

Eine FFP2-Maske liegt auf einem Leuchttisch. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Niedersachsen möchte die Corona-Beschränkungen angesichts der zunehmend entspannten Lage insbesondere für private Treffen und Veranstaltungen so schnell wie möglich weiter lockern. Dies solle noch vor Auslaufen der aktuellen bis zum 24. Juni geltenden Corona-Verordnung geschehen, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Dienstag in Hannover. Ob die neue Verordnung noch vor, am oder erst nach dem Wochenende in Kraft tritt, könne sie noch nicht sagen. Der Verordnungsentwurf soll am Mittwoch zur Anhörung vorgelegt und anschließend überarbeitet werden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz betrug am Dienstag im Landesdurchschnitt 8,5. In nur noch 13 der 45 Landkreise und Großstädte lag die Inzidenz über 10 und in einem einzigen Kreis knapp über 35. Trotz der Gefahr von Virusvarianten sei dies eine erfreuliche Entwicklung, sagte die Vize-Chefin des Corona-Krisenstabs der Landesregierung, Claudia Schröder. 49,4 Prozent der Niedersachsen haben inzwischen mindestens eine Impfung erhalten, 25,9 Prozent haben bereits einen vollständigen Impfschutz. 611 000 Menschen befinden sich derzeit auf der Warteliste der Impfzentren. «Es muss jetzt darum gehen, dass wir mit dem Impftempo schneller sind, als die Ausbreitung der Virusvariante», sagte Schröder.

Nach der neuen Corona-Verordnung ist geplant, bei einer Inzidenz von 10 bis 35 Treffen von bis zu zehn Personen aus bis zu zehn Haushalten zuzüglich vollständig geimpfter und genesener Personen zu erlauben. Kinder bis 14 Jahren zählen hierbei nicht mit. Bei einer Inzidenz unter 10 soll die Zahl von 10 auf 25 Personen drinnen und 50 Personen draußen erhöht werden. Treffen darüber hinaus sollen möglich sein, wenn alle Erwachsenen einen negativen Testnachweis haben. Damit wären Geburtstags- oder Hochzeitsfeiern, Fußball- oder Grillfeiern, Einschulungsfeiern und ähnliches möglich.

Die Regelungen für Veranstaltungen sollen deutlich vereinfacht und gelockert werden. Wenn mehr als 25 Personen drinnen oder 50 Personen draußen zusammenkommen, gelten Abstandspflicht und drinnen Maskenpflicht, solange nicht ein Sitzplatz eingenommen wurde. Eine Schachbrettbelegung mit einem reduzierten Abstand von einem Meter soll überall möglich sein, in geschlossenen Räumen allerdings nur mit einer Lüftungsanlage mit Frischluftzufuhr. Eine weitere Reduzierung der Abstandspflicht oder Maskenpflicht soll möglich sein, wenn stattdessen ein negativer Testnachweis gefordert wird.

Ab 1000 Personen wird eine Genehmigungspflicht für Veranstaltungen ins Auge gefasst. Für Großveranstaltungen soll es nächste Woche noch einen Vorschlag der Länder für ein bundeseinheitliches Vorgehen geben. Die Aussicht auf eine Einigung sei groß, sagte Pörksen.

In der Gastronomie ist geplant, die zahlenmäßige Begrenzung bei geschlossenen Feiern entfallen zu lassen. Ab 25 Personen drinnen und ab 50 Personen draußen soll ein negativer Testnachweis verlangt werden. In Diskotheken würde dann die Pflicht zur Maske und zum Abstandhalten entfallen. Bei Hotels und Urlaubsquartieren soll zukünftig voraussichtlich nur bei der Anreise ein negativer Testnachweis gefordert werden.

Neu eingeführt werden soll eine Härtefallregelung für Landkreise, nach der auf strengere Regeln nach dem Ansteigen der Inzidenz verzichtet wird, wenn es sich um einen abgrenzbaren Anstieg handelt.

An den Schulen soll es unterdessen bis Ende September bei der Testpflicht und den Maskenregelungen bleiben. Hintergrund ist, dass zunächst die Entwicklung nach den Sommerferien und damit die Rückkehr vieler Reisenden abgewartet werden soll.

Trotz der umfangreichen ins Auge gefassten Lockerungen ermunterte die Regierungssprecherin die Bevölkerung dennoch weiterhin, die umfangreichen Schnelltestmöglichkeiten zu nutzen. Vor größeren privaten Treffen, aktuell auch zum Fußballgucken, biete ein negatives Testergebnis zusätzliche Sicherheit.

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