Umfrage: Obdachlose wünschen mehr Hilfe bei Wohnungssuche

21.06.2021 Viele obdachlose Menschen in Hannover wünschen sich einer Umfrage zufolge mehr Unterstützung bei der Wohnungssuche. Gründe, warum sie auf der Straße oder in Notunterkünften leben, sind demnach hohe Mietpreise, die eigene Verschuldung sowie die Ablehnung von Vermietern. An der Befragung der niedersächsischen Landeshauptstadt nahmen 331 Wohnungslose teil, überwiegend alleinstehende Männer im Alter von 35 bis 54 Jahren.

Die Habseligkeiten eines Obdachlosen liegen auf einem Bürgersteig in der Innenstadt. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Umfrage ermögliche, an den Bedürfnissen der Menschen orientierte Angebote zu entwickeln, sagte Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay am Montag. Jüngere Projekte wie die befristete Unterbringung in Wohngemeinschaften gehen nach Einschätzung des Grünen-Politikers in die richtige Richtung.

Gut ein Viertel der Befragten schläft nachts in einer Notunterkunft, ein weiteres Viertel irgendwo draußen und 15 Prozent bei Freunden oder Bekannten. Aktuell helfen würde der überwiegenden Mehrheit (73 Prozent) eine eigene Wohnung, gefolgt von sozialer Arbeit (51 Prozent), medizinischer Versorgung (44 Prozent) und einer Unterbringung in einem Einzelzimmer (42 Prozent). Darüber hinaus wurden auch 1030 Menschen mit festem Wohnsitz zu dem Thema befragt, etwa ob sie sich in der Wohnungslosenhilfe engagieren würden.

In Hannover unterstützen mehrere Stiftungen Projekte, die Obdachlose von der Straße holen sollen. Darunter war in den Wintermonaten auch die befristete Unterbringung in Hotels. Schon vor der Corona-Pandemie hatten viele Wohnungslose Sammelunterkünfte wegen fehlender Privatsphäre und Gewalt gemieden.

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