2020 nur 20 Masernfälle in NRW

31.01.2021 2017 hatten Behörden in manchen NRW-Städten mit einigen Hundert Masernfällen zu kämpfen. Seitdem gingen die Zahlen deutlich zurück. 2020 trugen wohl auch die Corona-Beschränkungen dazu bei.

Eine Seite ausd einem Impfbuch. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der bekannt gewordenen Masernfälle im vergangenen Jahr auf 20 gesunken. 2019 lag sie noch bei 135, wie das Landeszentrum Gesundheit (LZG) NRW auf dpa-Anfrage mitteilte. «Die europaweit und weltweit geltenden Reise- und Kontaktbeschränkungen haben es sicher begünstigt, dass 2020 in NRW nur 20 Masernfälle registriert wurden», sagte LZG-Sprecher Mirko Kösterke.

Ob sich darüber hinaus auch das Masernschutzgesetz auswirke, könne man in der aktuellen Corona-Pandemie nicht beurteilen. Seit dem 1. März gilt bundesweit eine Masern-Impfpflicht unter anderem für Kita- und Schulkinder sowie die dort Beschäftigten. Kösterke betonte, dass es auch früher schon Jahre mit einer niedrigen Zahl von Masernfällen gab, etwa 2012, als in NRW nur 18 oder 2016, als 28 Fälle bekannt wurden.

Masern-Viren sind hoch ansteckend, häufig treten Komplikationen und Folgeerkrankungen auf. Im schlimmsten Fall kann eine Masernerkrankung tödlich enden.

Die Fallzahlen schwanken stark: Nach den 28 Fällen 2016 wurden ein Jahr später 520 gezählt - davon allein 332 in Duisburg. 2018 wurden dann 211 Fälle registriert. Auch bundesweit nahm die Zahl der bekannt gewordenen Fälle 2020 laut Robert Koch-Institut stark ab, und zwar von 590 im Jahr 2019 auf 75.

Auch die Zahl der bekannt gewordenen Grippeerkrankungen ist in der laufenden Grippesaison 20/21 bislang deutlich niedriger als vor einem Jahr. So wurden dem LZG bis zur dritten Kalenderwoche 72 Fälle bekannt. In der Saison 19/20 waren es bis zur dritten Woche schon 2061 Fälle, in der Saison 18/19 wurden bis zu diesem Zeitpunkt 670 Fälle gezählt.

«Es ist davon auszugehen, dass die Covid-19-Maßnahmen einen Rückgang der Fallzahlen begünstigen», sagte Kösterke. Für eine seriöse Einschätzung der saisonalen Entwicklung sei es allerdings noch zu früh. «In den vergangenen Jahren lag der Höhepunkt der Influenza-Saison häufig zwischen Mitte Januar und Anfang Februar. Die bislang geringen Fallzahlen seien vor diesem Hintergrund nicht aussagekräftig.

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