Greensill-Insolvenz: Auch die Stadt Marsberg betroffen

18.03.2021 Mit Marsberg im Sauerland ist eine vierte NRW-Kommune von der Insolvenz der Bremer Greensill-Bank betroffen. Die Kleinstadt mit rund 20 000 Einwohnern hat 2,5 Millionen Euro bei dem Finanzinstitut angelegt, wie aus einem Bericht des NRW-Kommunalministeriums hervorgeht, das die Städte und Gemeinden abgefragt hatte. Bereits bekannt ist, dass Monheim 38 Millionen Euro angelegt hat und damit so viel wie keine andere deutsche Kommune. Die städtischen Kölner Bühnen haben Festgelder über 15 Millionen Euro bei der Bank und die Stadt Emmerich sechs Millionen Euro.

Ein Schild mit dem Firmennamen «Greensill Bank». Foto: Sina Schuldt/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bundesweit sind mehrere Dutzend Kommunen betroffen. Sie wollten Negativzinsen vermeiden und entschieden sich - auch auf Vermittlung von Finanzdienstleistern - zur mehr oder weniger kurzfristigen Geldanlage bei der Greensill Bank, die etwas bessere Zinssätze anbot als Wettbewerber. Doch das vermeintlich gute Geschäft wurde zum Flopp, nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens am Dienstag zittern die Städte mehr denn je um ihr Geld. Es droht ein Totalausfall, auch weil sie in dem vermutlich jahrelangen Insolvenzverfahren keine Vorrangstellung bekommen zur Bedienung ihrer Ansprüche.

In dem Schreiben, das an den Kommunalausschuss des NRW-Landtags gerichtet ist, weist die Landesregierung darauf hin, dass bei Kapitalanlagen den Kommunen Risiken «bekannt, begrenzt und beherrschbar» sein müssen. Die Kommunen müssten rechtliche Vorgaben im Rahmen ihrer Finanzhoheit eigenverantwortlich umsetzen, heißt es.

Monheim und andere Kommunen arbeiten derzeit intern auf, wie es zu den strittigen Geldanlagen gekommen ist. Bisherige Äußerungen machen aber klar, dass sie den schwarzen Peter eher bei der Bundesaufsicht Bafin, bei den Finanzanlagen-Vermittlern und bei Greensill selbst sehen.

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