Sicherungsverwahrung nach erneutem Angriff auf Callgirl

19.03.2021 Kaum war er nach der Tötung einer Prostituierten aus der Haft entlassen, griff er erneut ein Callgirl an: Nun zog das Düsseldorfer Landgericht die Notbremse.

Die Statue der Justitia steht mit einer Waage und einem Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach einem erneuten Angriff auf eine Prostituierte ist gegen einen 51-jährigen Unternehmer in Düsseldorf Sicherungsverwahrung angeordnet worden. «Die Tat hat nur deshalb keinen tödlichen Ausgang genommen, weil die Messerklinge abgebrochen ist», sagte der Vorsitzende Richter Rainer Drees am Landgericht.

Bei dem bereits 2012 wegen Totschlags an einem Callgirl zu zehn Jahren Haft verurteilten Mann handele es sich um einen Hangtäter, der ein wiederkehrendes Muster gezeigt habe. Zuvor hatte auch ein psychiatrischer Gutachter bei dem Angeklagten eine Wiederholungsgefahr gesehen. Er sei zwar voll schuldfähig, habe aber Probleme mit Beziehungen zu Frauen.

Zusätzlich zur Sicherungsverwahrung kommt eine Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung. Dass der Mann die 26-Jährige am 4. Juli 2020 nicht verfolgt hatte, als sie aus dem Hotelzimmer flüchtete, wertete das Gericht am Freitag als Rücktritt vom Vorsatz, sie umzubringen.

Weil er bei dem erneuten Angriff auf ein Callgirl noch auf Bewährung war, muss er zudem drei weitere Jahre Gefängnis für die erste Tat verbüßen. Der Richter riet dem Angeklagten dringend zu einer Therapie.

Wie bei der ersten Tat habe er mit einer Prostituierten eine Beziehung eingehen wollen. Wie damals sei es beim dritten Treffen zum Gewaltausbruch gekommen, weil die Frau eine Beziehung abgelehnt habe.

Nach Überzeugung des Gerichts hatte der Mann die Frau in der Nacht zum 4. Juli 2020 in einem Neusser Hotel brutal angegriffen. Die Prostituierte hatte ausgesagt, der Mann habe versucht, ihr das Genick zu brechen. Der Verteidiger hatte argumentiert, sein Mandant habe die Frau nicht umbringen wollen. Er habe sie mit dem Messer bedroht, damit sie aufhört zu schreien.

Der heute 51-Jährige hatte 2012 in einem Düsseldorfer Hotel ein 25 Jahre altes Callgirl am Whirlpool einer von ihm angemieteten Hotelsuite mit 18 Messerstichen umgebracht.

Acht Jahre später hatte er dann, einige Monate zuvor auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen, in einem Neusser Hotel der 26-Jährigen ein Kissen ins Gesicht gedrückt, sie gewürgt und mit dem Messer bedroht. Später hatte er sich selbst bei der Polizei angezeigt und behauptet, er habe Streit mit seiner Freundin gehabt. Als das Opfer auch ausgesagt hatte, war er verhaftet worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Verteidiger kündigte Revision an.

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