Ausstellung bringt Beuys und Greta Thunberg zusammen

25.03.2021 100 Jahre alt würde Joseph Beuys in diesem Jahr. Dass der Universalkünstler bis heute Einfluss auf Diskurse in Kunst und Politik hat, will die Leitausstellung im Beuys-Jahr in Düsseldorf beweisen.

Das Kunstwerk „Lerole: footnotes“ von Dineo Seshee Bopape aus dem Jahr 2018 wird in der Ausstellung „Jeder Mensch ist ein Künstler“ Kosmopolitische Übungen mit Joseph Beuys präsentiert. Foto: Marcel Kusch/dpa/Aktuell © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mit einer großen Ausstellung zu den Aktionen von Joseph Beuys und ihren gesellschaftspolitischen Auswirkungen heute wird in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen das Beuys-Jubiläumsjahr eingeläutet. Der Künstler mit dem Filzhut, berühmt für den Einsatz von Filz und Fett, wäre am 12. Mai dieses Jahres 100 Jahre alt geworden.

Trotz der Unsicherheit wegen der Corona-Beschränkungen wird die Schau «'Jeder Mensch ist ein Künstler' - Kosmopolitische Übungen mit Joseph Beuys» am Samstag und Sonntag für Besucher geöffnet. Die Öffnungszeiten würden erweitert, der Besuch sei mit Zeitfenstertickets möglich, sagte Kunstsammlungs-Direktorin Susanne Gaensheimer am Donnerstag. Die Ausstellung läuft bis zum 15. August.

Schon ab kommenden Montag drohen neue Schließungen in NRW, da wegen der rasant steigenden Corona-Zahlen die sogenannte Notbremse gezogen werden soll. Das könnte bedeuten, dass Geschäfte, Museen und Sportanlagen wieder schließen müssten. Eine neue Verordnung der NRW-Landesregierung stand am Donnerstag noch aus.

Die in 13 Kapitel untergliederte Ausstellung in der Kunstsammlung orientiert sich am Leitspruch von Beuys (1921-1986), wonach jeder Mensch ein Künstler sei. Das Besondere: Es werden nur Videos und Fotos der spektakulären Aktionen von Beuys gezeigt, aber keines seiner berühmten Werke wie Schlittenrudel oder Badewannen.

Happenings wie etwa Beuys' Auftritt 1965 mit einem toten Hasen in Düsseldorf oder später mit einem Kojoten in einer New Yorker Galerie werden Aktionen von zeitgenössischen internationalen Künstlern und Aktivisten gegenübergestellt. So treten etwa die «Fridays for Future»-Aktivistin Greta Thunberg, der Whistleblower Edward Snowden und auch der Autor Michel Houellebecq in Dialog mit Beuys.

«Beuys ist zweifelsohne eine der einflussreichsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts», sagte Gaensheimer. Er habe wie kein anderer europäischer Künstler in der Nachkriegszeit den Kunstbegriff «radikal erneuert und erweitert».

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