Eltern getötet: 32-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt

29.03.2021 In einem neu aufgerollten Mordprozess gegen einen 32-jährigen Mann hat das Bonner Landgericht den Angeklagten am Montag erneut zu lebenslanger Haft verurteilt. Dabei bewertete das Gericht die Tötung des 62-jährigen Vaters mit 30 Messerstichen als heimtückischen Mord. Die Vernichtung der 60 Jahre alten Mutter ebenfalls mit zahlreichen Messerstichen wurde als Totschlag gewertet. Von einer besonderen Schwere der Schuld sah das Gericht in dem Urteil ab. Die Tat ereignete sich Ende April 2019.

Ein Blaulicht der Polizei leuchtet auf. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil des Bonner Schwurgerichts, das den Sohn im November 2019 ebenfalls zu lebenslanger Haft verurteilt hatte, im vergangenen November aufgehoben. Die obersten Richter hatten Zweifel an der Begründung, ob die Tötung des Vaters heimtückisch und damit ein Mord war.

Die Bonner Richter gingen in dem erneuten Verfahren vor allem dem Motiv des Angeklagten nach: Demnach habe der 32-jährige Deutsche sich mit den Messerstichen von den Eltern befreien wollen, die ihn in seiner Wahrnehmung über Jahre drangsaliert hätten. Am Abend des Tattages sei es zur Zuspitzung gekommen: Er sei - wie er selber nach der Festnahme erklärt hatte - von den Eltern «genervt gewesen», die ihn ewig bevormundet hätten. Der Mann aus Weilerswist erklärte, er habe einfach nur seine Ruhe haben wollen.

Sein Verteidiger hatte auf zweifachen Totschlag sowie Unterbringung in eine Entzugsklinik plädiert. Nach dem Urteil kündigte er Revision an.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News