Wagenknecht bewirbt sich um Spitzenplatz für Bundestag

10.04.2021 Die frühere Fraktionschefin Sahra Wagenknecht (51) will erneut als Spitzenkandidatin der Linken in Nordrhein-Westfalen bei der Bundestagswahl antreten. Bei der Aufstellungsversammlung des Landesverbandes der Linken am Samstag in Essen hat Wagenknecht eine Gegenkandidatin. Die Kölner Verwaltungswirtin Angela Bankert bewirbt sich ebenfalls um Platz 1 der Landesliste. Ihre Kandidatur galt in den vergangenen Wochen zwar als kaum aussichtsreich. Vorzeitig veröffentlichte Passagen aus dem neuen Buch Wagenknechts haben aber bei Teilen der Partei kurz vor dem Termin für Empörung gesorgt.

Sahra Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende der Partei Die Linke, steht im Bundestag am Rande eines dpa-Interviews. Foto: Britta Pedersen/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wie der «Spiegel» am Freitag mit Berufung auf Mitglieder des Parteivorstands berichtete, forderten mehrere Linken-Politiker Wagenknecht zum Verzicht auf ihre Bundestagskandidatur auf. Das Buch mit dem Titel «Die Selbstgerechten», das am kommenden Mittwoch offiziell erscheinen soll, sehen die Kritiker demnach als eine Art Generalabrechnung von Wagenknecht mit der eigenen Partei.

Wagenknecht wehrte sich am Freitag gegen die Kritik an ihrem Buch. Die vorzeitige Veröffentlichung einzelner Passagen wertete sie als gezieltes Manöver gegen die von ihr angestrebte Bundestagskandidatur. «Mit aus dem Zusammenhang gerissenen, teils verfälschten Zitaten ein völlig verzerrtes Bild vom Inhalt meines Buches zu vermitteln, um meine Wiederaufstellung zu verhindern, ist kein guter Umgang miteinander», teilte Wagenknecht mit. Sie wolle - anders als es ihre Gegner fordern - weiterhin als Kandidatin in NRW antreten.

Bei der Aufstellungsversammlung der NRW-Linken für die Bundestagswahl am 26. September sind die Delegierten zugeschaltet und wählen auch online. Am Sonntag schließt sich eine dezentrale Urnenwahl an, um die Ergebnisse zu bestätigen. Wagenknecht führte die Bundestagsfraktion von 2015 bis 2019 mit Dietmar Bartsch. Im Bundestag sitzen zwölf Linken-Abgeordnete aus NRW. Im NRW-Landtag ist die Linke nicht.

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