Messerstiche nach Streit um Kinderlärm: Angreifer in U-Haft

16.05.2021 In einem Mehrfamilienhaus ist eine typische Auseinandersetzung zwischen Nachbarn eskaliert. Eine Mutter konnte sich mit ihrem einjährigen Sohn nur durch einen Sprung aus dem Fenster retten.

Beamte in Schutzanzügen am Tatort in Bad Essen. Foto: --/Nord-West-Media TV/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Im Streit um Kinderlärm soll ein 24-Jähriger im niedersächsischen Bad Essen zwei Nachbarn mit einem Messer angegriffen und lebensgefährlich verletzt haben. Die Mutter, bei der sich der junge Mann beschwert hatte, sprang mit ihrem einjährigen Sohn aus dem Fenster im ersten Stock des Mehrfamilienhauses, um dem Angreifer zu entkommen. Er wurde einen Tag nach der Tat im etwa zehn Kilometer entfernten Preußisch Oldendorf (Nordrhein-Westfalen) festgenommen und sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Der 24-Jährige habe noch keine Aussage gemacht, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Ihm wird versuchter Totschlag vorgeworfen.

Den bisherigen Ermittlungen zufolge hatte sich der junge Mann am Freitagabend zunächst bei der 25 Jahre alten Mutter über das lärmende Kind beschwert. In den Streit schaltete sich die 63 Jahre alte Großmutter ein, die im selben Haus lebt. Auch ein 34 Jahre alter Nachbar kam hinzu. Im Laufe der Auseinandersetzung soll der 24-Jährige dann dem Nachbarn und der Großmutter Schnitt- und Stichverletzungen zugefügt haben.

Nach Not-Operationen schwebten beide am Sonntag nicht mehr in Lebensgefahr, wie der Polizeisprecher sagte. Auch die Mutter und ihr Kleinkind seien weiterhin in der Klinik. Die Frau habe eine schwere Fußverletzung erlitten, auch der Gesundheitszustand des Jungen müsse weiterhin im Krankenhaus beobachtet werden.

Die Polizei hatte nach der Tat öffentlich nach dem 24-Jährigen gefahndet, dessen Personalien bekannt waren. Am frühen Samstagnachmittag ging dann ein Zeugenhinweis ein, dass der Gesuchte im Nachbarort Preußisch Oldendorf gesehen worden war. «Der Mann hat persönliche Bezüge zu dem Ort», sagte der Polizeisprecher. Seine «ehemalige Anlaufadresse» hätten die Beamten ohnehin kontrollieren wollen. In diesem Gebäude sei der 24-Jährige in den Toilettenräumen gefunden worden. Er habe sich widerstandslos festnehmen lassen.

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