In ersten Juni-Wochen fast nur Zweitimpfungen in Impfzentren

21.05.2021 Weiterhin sehnen viele Menschen ihre Impfung gegen Corona herbei. In den Impfzentren wird es in den ersten Juni-Wochen aber kaum freie Termine für die erste Spritze geben. Umso mehr stehen die Hausärzte im Fokus. Die SPD verlangt von der Landesregierung einen Bericht.

Eine Spritze mit einem Corona-Impfstoff wird aufgezogen. Foto: Federico Gambarini/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In den Impfzentren Nordrhein-Westfalens werden in den ersten drei Juni-Wochen voraussichtlich fast nur Zweitimpfungen möglich sein. Das geht aus den Zahlen des NRW-Gesundheitsministeriums zu bisher absehbaren Impfstoff-Mengen für die Zentren hervor. Ein Ministeriumssprecher verwies am Freitag gleichzeitig darauf, dass die Hausärzte im Juni nach den Ankündigungen des Bundes deutlich mehr Impfdosen erhalten sollen. Aus einer bisher bekannten Übersicht des Bundes geht aber nicht hervor, in welchem Umfang die Impfdosen bei den Hausärzten für Zweitimpfungen der Patienten benötigt werden.

Die SPD-Opposition im Landtag forderte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) auf, einen Bericht im Gesundheitsausschuss vorzulegen. Ärzte, Apotheken, Impfzentren und Kommunen in NRW warnten mit Blick auf die angekündigte Aufhebung der Impfpriorisierung ab dem 7. Juni vor einem drohenden Impfstoffengpass. Es sei zu befürchten, dass die von Ministerpräsident Armin Laschet sowie den Gesundheitsministern Laumann und Jens Spahn (alle CDU) vollmundig angekündigte Aufhebung der Impfpriorisierung nicht nur zu einem bürokratischen Mehraufwand führe, sondern wegen des drohenden Impfstoffengpasses auch im Chaos enden werde, erklärte der SPD-Abgeordnete Josef Neumann.

Für die Impfzentren in Nordrhein-Westfalen ergibt sich nach der Auskunft des Ministeriums folgendes Bild: Es stehen voraussichtlich 588 000 Zweitimpfungen in der Kalenderwoche 22 (ab 31. Mai), 441 000 Zweitimpfungen in der Kalenderwoche 23 (ab 7.6.) und 473 000 Zweitimpfungen in der Kalenderwoche 24 (ab 14.6.) an. Gleichzeitig erhalte das Bundesland vom Bund 530 000 Impfdosen pro Woche.

«Das bedeutet, dass die in den ersten drei Juni-Wochen zur Verfügung stehenden Impfstoffdosen nahezu vollständig für Zweitimpfungen benötigt werden», erläutert der Ministeriumssprecher am Freitag. Allerdings würden längst nicht alle Zweitimpfungen in den Impfzentren wahrgenommen - etwa weil jemand einen früheren Termin bei seinem Hausarzt habe. Daher könnten möglicherweise auch in den ersten drei Juni-Wochen in den Impfzentren Erstimpfungen angeboten werden.

Erst aber der Kalenderwoche 25 (ab 21.6.) geht das NRW-Ministerium wieder von einer größeren Zahl an Erstimpfungen in den Impfzentren aus: 140 000. In der Kalenderwoche 26 (ab 28.6.) werden es nach den bisherigen Zahlen 230 000 Erstimpfungen in den Impfzentren sein. Der Ministeriumssprecher verwies darauf, dass die Landesregierung die Impfkampagne im April deutlich beschleunigt habe. «Das führt nun dazu, dass deutlich mehr Zweitimpfungen in den Impfzentren anstehen.»

Neben den Impfzentren sind die Hausärzte eine wichtige Säule bei der Impfkampagne gegen Corona. Die Hausärzte werden über die Apotheken und den Pharmagroßhandel direkt vom Bund mit Impfdosen beliefert.

Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) hatte am Donnerstag auf das Problem hingewiesen, dass nach den bisherigen Signalen des Landes im Impfzentrum der Landeshauptstadt im Juni nur noch Zweitimpfungen gegen Corona möglich sein werden.

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