Weltfahrradtag: ADFC fordert mehr und bessere Radwege

01.06.2021 Der Fahrradverband ADFC will bessere Bedingungen für Radfahrer: mehr Radwege in guter Qualität und breit genug. Am Weltfahrradtag (3. Juni) sind Aktionen in sechs Städten geplant.

Radfahrerinnen sind auf einem Radweg unterwegs. Foto: Hendrik Schmidt/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club in Nordrhein-Westfalen hat anlässlich des Weltfahrradtags (3. Juni) mehr und bessere Fahrradwege gefordert. In den meisten Städten in NRW würden die Menschen vom Radfahren abgehalten, weil es an sicheren und komfortablen Radwegen fehle, teilte der ADFC am Dienstag in Düsseldorf mit. «Niemand will wahrhaben, dass hier bei uns noch Kinder an Landstraßen ohne Geh- und Radweg unterwegs sein müssen, um zur Schule zu kommen, wo Fahrzeuge mit 70 Stundenkilometern an ihnen vorbeirasen», erklärte die stellvertretende ADFC-Landesvorsitzende, Annette Quaedvlieg.

Der Verband forderte die Politik auf, den Radverkehr als Chance zu nutzen. Dem Fahrrad komme in mehrfacher Hinsicht große Bedeutung zu, betonte der Landesvorsitzende Axel Fell: «Die Fahrradbranche ist Wirtschaftsfaktor, Jobmotor und unverzichtbar für eine nachhaltige Mobilität.» Das Fahrrad fördere die Gesundheit, mache Städte attraktiver und entlaste sie von Lärm und schlechter Luft.

ADFC, die Bündnisse «Changing Cities» und «Bundesrad» sowie Fahrradinitiativen wollen am Weltfahrradtag in sechs NRW-Städten mit «Pop-Up-Radwegen» für eine bessere Fahrradinfrastruktur demonstrieren. «Schnellbau-Radwege» sollen dabei zeigen, dass eine sichere Radinfrastruktur schnell und kostengünstig hergestellt werden könne, so der ADFC.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat im Frühjahr ein «Fahrrad- und Nahmobilitätsgesetz» (FaNaG NRW) auf den Weg gebracht. In dem Gesetz soll als Ziel festgeschrieben werden, dass in einigen Jahren im Schnitt jede vierte Fahrt (25 Prozent) in NRW mit einem Fahrrad zurückgelegt werden soll. Nach einer Mitte April beendeten Verbändeanhörung wurden die Stellungnahmen geprüft und die Überarbeitung des Gesetzentwurfs wurde mit den anderen Ressorts abgestimmt, wie das Ministerium mitteilte. Am Dienstag beschloss das Kabinett nach Angaben eines Ministeriumssprechers, den Gesetzentwurf in den Landtag einzubringen.

Der Naturschutzverband Bund hatte in der Anhörung eine fehlende Verbindlichkeit bemängelt. Das 25-Prozent-Ziel werde nur in der Präambel erwähnt, nicht aber als klare Vorgabe mit einem eigenen Paragrafen aufgenommen.

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