106 Straftaten in NRW nach Nahost-Unruhen

02.06.2021 Im Zusammenhang mit den jüngsten Unruhen im Nahen Osten hat die Polizei in Nordrhein-Westfalen 106 Straftaten registriert. Bei einem Großteil handele es sich um antisemitische und anti-israelische Taten, teilte das NRW-Innenministerium am Mittwoch in Düsseldorf der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit. Es werde gegen 161 Verdächtige ermittelt, von denen 58 bereits namentlich identifiziert seien.

Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen. Foto: Federico Gambarini/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Mehr als jeden dritten Tatverdächtigen haben wir bereits identifiziert. Das ist präzise, hartnäckige Polizeiarbeit. Niemand, der an diesen hässlichen Aktionen beteiligt war, braucht sich sicher fühlen», sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). Von den 58 Verdächtigen seien 17 Deutsche, 16 Syrer, 5 Libanesen, 4 Deutsch-Libanesen, 5 Türken, 1 Deutsch-Türke und 2 Iraker. Die übrigen Verdächtigen kommen aus jeweils acht verschiedenen weiteren Ländern.

35 Ermittlungsverfahren würden wegen Volksverhetzung geführt, 5 wegen Verletzung von Flaggen und Hoheitszeichen ausländischer Staaten, 12 wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, 9 wegen Gewaltdelikten und 45 wegen sonstiger Straftaten wie Beleidigung oder Widerstands gegen Polizeibeamte. Ein erheblicher Teil der Taten seit dem 10. Mai war bei Demonstrationen begangen worden.

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