Auf Gewitter folgt Gewitter: Viele Einsätze für Feuerwehr

20.06.2021 An Unwettern gibt es am Wochenende in NRW keinen Mangel. Schon am frühen Sonntagmorgen ist die Feuerwehr gefordert. Und die Wetteraussichten verheißen noch kein Ende.

Ein Feuerwehrfahrzeug steht mit eingeschaltetem Blaulicht auf einer Straße. Foto: Patrick Seeger/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Unwetter in der Nacht zu Sonntag haben in Teilen Nordrhein-Westfalens die Feuerwehr in Atem gehalten - zum Beispiel wegen umgestürzter Bäume, eingeschlagener Blitze oder voll gelaufener Keller. Mit rund 87 Litern pro Quadratmetern in den letzten 24 Stunden lag der Schwerpunkt des Starkregens zwischen der Eifel und Westfalen. In Köln gab es nach Angaben eines Feuerwehrsprechers 244 witterungsbedingte Einsätze, als gegen 1.00 Uhr die Unwetterfront über die Stadt zog. Schlagartig erhöhte sich die Zahl der Notrufe. Hauptsächlich ging es dabei um voll gelaufene Keller. Verletzt wurde niemand.

Im Rhein-Sieg-Kreis wurde die Feuerwehr zu 120 Einsätzen in der Nacht zu Sonntag gerufen, weil etwa Keller unter Wasser standen oder Bäume auf Straßen gestürzt waren. In der Gemeinde Much setzte ein Blitz einen Balkon in Brand. Einsatzkräfte löschten die Flammen, verletzt wurde niemand. Auch in Königswinter verunreinigten Schlamm und Wasser die Straßen, obendrein wurde der Feuerwehr mehrmals Wasser im Keller gemeldet.

In Hagen lösten sich durch Gewitter und Starkregen Geröll und Erde von einem Hang an der Bundesstraße 54, die damit auf 20 Metern Länge bedeckt wurde. Einen Hund aus einem brennenden Dachstuhl retteten Einsatzkräfte in Schalksmühle im nordwestlichen Sauerland. Das gesamte Dach hatte nach einem Blitzeinschlag Feuer gefangen, wie die Feuerwehr am Sonntag mitteilte. Die beiden Bewohner konnten sich in Sicherheit bringen; einer der beiden kam zur ärztlichen Untersuchung in ein Krankenhaus. Blitz, Donner und Starkregen hielten auch die Einsatzkräfte im Sauerland auf Trab, zum Beispiel wegen umgefallener Bäume oder einer unter Wasser stehenden Straße.

Auf regennasser Fahrbahn geriet am frühen Sonntagmorgen ein 28 Jahre alter Autofahrer in Krefeld mit seinem Wagen ins Schleudern und prallte gegen eine Ampel. Der Mann verletzte sich laut Polizeiangaben leicht, seine 26-jährige Beifahrerin kam mit schweren Verletzungen stationär in ein Krankenhaus. Das Auto verkeilte sich bei der Kollision mit dem Heck im Ampelmast, sagte ein Polizeisprecher. Es wurde abgeschleppt, die Ampel war nicht mehr funktionstüchtig.

In Grevenbroich riss eine Böe ein massives Holz-und Plexiglasdach an einem Einfamilienhaus aus der Konstruktion, wirbelte es durch die Luft und ließ es über Kopf wieder aufs Hausdach schlagen. Wie die Feuerwehr berichtete, wehten Teile der Plexiglasscheiben in das Nachbarhaus und verletzten einen Anwohner an der Hand. Zur Sicherheit trugen Einsatzkräfte die Trümmer der beschädigten Dachkonstruktion in stundenlanger Arbeit ab. Auf einer Straße in Grevenbroich verletzte sich zudem ein Radfahrer, als er durch Geäst fuhr. Abgerissene Äste hatten dort die Fahrt auf dem Radweg beeinträchtigt.

Zu einem Stromausfall auf einem Campingplatz kam es witterungsbedingt in der Gemeinde Möhnesee am Südufer. Dort war neben einem Wohnwagen ein Blitz in einen Baum eingeschlagen, so dass Teile des Fahrzeugs und auch Vegetation in Brand gerieten. Gäste löschten die Flammen gegen 3.00 Uhr morgens mit einem Feuerlöscher, wie ein Feuerwehrsprecher am Sonntag berichtete. Äste auf den Gleisen sorgten am Sonntag zeitweise für kleinere Einschränkungen im Bahnverkehr - nach Angaben der Deutschen Bahn vor allem bei einzelnen S-Bahn-Linien. Der Fernverkehr war demnach aber nicht betroffen.

Für Sonntagabend wurden in NRW erneut Gewitter und Starkregen erwartet. Von der Eifel ausgehend würden sie voraussichtlch nachts nach Norden weiterziehen, sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Sonntag. Generell sei das Gewitterrisiko im Nordwesten und Westen des Landes geringer als im Süden und Osten. Gewitter, Sturmböen bis zu 100 Kilometern pro Stunde, Starkregen und kleinkörniger Hagel seien möglich, punktuell auch unwetterartige Entwicklungen. Dann könnten sich sogar orkanartige Böen mit bis zu 105 Kilometern pro Stunde bilden.

Für die Nacht bedeutet das auch Abkühlung: Am Niederrhein fallen die Werte laut DWD dann voraussichtlich auf bis zu 14 Grad, im Rest des Landes werden es zwischen 16 und 18 Grad sein. Am Montag werde die 30-Grad-Marke voraussichtlich nicht geknackt. Die Höchstwerte liegen demnach zwischen 24 und 27 Grad, «bei weitem nicht mehr so schwül-heiß wie die letzten Tage», sagte die DWD-Expertin. Auch am Montag könnte es im Laufe des Nachmittags teils wieder kräftig gewittern.

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