Missbrauchskomplex Münster: Fortsetzung der Plädoyers

22.06.2021 Am Landgericht Münster wird ab heute (9.00 Uhr) der Hauptprozess im Missbrauchskomplex Münster mit den Plädoyers der Nebenkläger fortgesetzt. Anschließend sollen sich die ersten Verteidiger zum Strafmaß äußern. Die Staatsanwaltschaft hatte am 15. Juni für den mutmaßlichen 28 Jahre alten Haupttäter aus Münster 14 Jahre Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung gefordert. Die Fortsetzung der Plädoyers hatten sich in der Zwischenzeit verzögert, weil die Verteidiger weitere Beweisanträge gestellt hatten.

Der Eingangsbereich vom Landgericht Münster. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach dem Willen der Anklage soll ein Mann aus Hannover (36) für zehn Jahre ins Gefängnis, ein 43-Jähriger aus Schorfheide in Brandenburg für elf Jahre und sechs Monate, ein Mann (31) aus dem hessischen Staufenberg für zwölf Jahre. Auch für sie hatte die Staatsanwaltschaft wegen Wiederholungsgefahr die anschließende Sicherungsverwahrung beantragt. Die Mutter des mutmaßlichen Drahtziehers soll für sechs Jahre wegen Beihilfe in Haft.

Zum Schutz der Opfer finden die Plädoyers unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Urteile könnten Ende Juni oder Anfang Juli gesprochen werden. Angeklagt sind mehrere Männer und eine Frau. Darunter ein heute 28-jähriger IT-Fachmann, der als Haupttäter gilt. Er soll seinen inzwischen elf Jahre alten Ziehsohn immer wieder schwer sexuell missbraucht, vergewaltigt und anderen Männern zugeführt haben. Einer der Tatorte war eine heute abgerissene Gartenlaube in Münsters Norden.

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