Prozess um Kindesmissbrauch: Letzte Worte der Angeklagten

29.06.2021 Im Hauptprozess um den Missbrauchskomplex Münster haben die Angeklagten am Dienstag die Möglichkeit für eine letzte Stellungnahme. Nach über 50 Prozesstagen will das Landgericht Münster anschließend mitteilen, wann genau die Urteile gegen die vier Männer und eine Frau verkündet werden.

Vor einem Gericht hält eine Statue der Justitia eine Waagschale. Foto: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Staatsanwaltschaft hatte sich in ihrem Plädoyer für Haftstrafen von 14 bis 10 Jahren für schweren sexuellen Missbrauch von Kindern und 6 Jahre für Beihilfe im Fall der Mutter des Hauptangeklagten ausgesprochen. Außerdem sollen die Männer wegen Wiederholungsgefahr anschließend in Sicherungsverwahrung. Die Verteidiger hatten sich für ein mildes Strafmaß ausgesprochen und Sicherungsverwahrung als unbegründet zurückgewiesen. Der Verteidiger der Mutter fordert einen Freispruch für seine Mandantin.

Als mutmaßlicher Drahtzieher der Vorwürfe gilt ein 28-Jähriger IT-Techniker aus Münster: Immer wieder soll er den Sohn seiner Lebensgefährtin - der Junge ist inzwischen elf Jahre alt - vergewaltigt und anderen Männern zugeführt haben. Die Männer soll er im Internet kennen gelernt und sich dann zum Missbrauch des Ziehsohns mit ihnen verabredet haben. Einer der Tatorte war eine heute abgerissene Gartenlaube seiner Mutter in Münster.

Münster ist neben Lügde und Bergisch Gladbach einer von drei großen Missbrauchsfällen der vergangenen Jahre in Nordrhein-Westfalen. Der Fall kam im Juni 2020 nach Ermittlungen in einer Gartenlaube ans Licht. Im Zuge dessen hatte es in mehreren Bundesländern und im Ausland Festnahmen gegeben.

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