Saarland: Pandemie-Folgen für Schüler langfristig bewältigen

09.03.2021 Viele Tests durch medizinisches Personal vor Ort, eine schnelle Schulöffnung für alle Klassen und eine Langfriststrategie, um die Folgen der Pandemie abzufedern: So sieht das Konzept der saarländischen Bildungsministerin aus.

Ein Mund-Nasen-Schutz liegt im Unterricht auf Unterlagen. Foto: Matthias Balk/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mit einer Langfriststrategie will das Saarland die Folgen durch die Corona-Krise im Bildungsbereich bewältigen. Dazu gehören laut Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) unter anderem der Ausbau von Förderstunden, individuelles Coaching bei der Berufswahl, der Einsatz von Schulbegleitern und freiwillige Feriencamps. «Je länger der Zugang zu den Schulen für Kinder und Jugendliche eingeschränkt bleibt, desto größer werden die Probleme und desto schwieriger und teurer die Aufarbeitung», sagte sie am Dienstag in Saarbrücken.

Bei den Kosten von rund 20 Millionen Euro erhofft sich Streichert-Clivot auch Unterstützung vom Bund. Schließlich trage er mit seinen Entscheidungen, insbesondere jetzt mit der Dauer des Lockdowns für die Schulen, eine «erhebliche Mitverantwortung» an den Folgen im schulischen Bereich.

Nach den Osterferien strebt die Ministerin nach eigener Aussage wieder einen vollständigen Präsenzbetrieb in den Schulen an. Voraussetzung dafür sei, dass die Pandemielage entsprechend stabil bleibt beziehungsweise sich positiv entwickelt. Wenn andere gesellschaftliche Bereiche Stück für Stück wieder öffneten, fände sie es «legitim, den Schülerinnen und Schülern auch wieder mehr Normalität zu geben».

Große Unterschiede zwischen den Regeln für Einzelhandel und Schulen wie in anderen Ländern könne sie sich im Saarland nicht vorstellen. Streichert-Clivot: «Wenn, dann sind Schulen für mich nach wie vor die Bereiche, die als Erstes wieder sicher zurückgeführt werden müssen.» Und mit einer entsprechenden Teststrategie halte sie dies auch für vertretbar.

Mit Corona-Tests an Schulen aller Schulformen gehe das Saarland laut Bildungsministerin «bundesweit voran». Das Angebot an über 300 Schulen im Land sei eine logistische Mammutaufgabe, für die Kosten von rund zwei Millionen Euro veranschlagt würden. Mit dem freiwilligen Testangebot für alle Beschäftigten und Schüler sorge man jedoch für zusätzliche Sicherheit.

Bislang hätten 176 Schulen rund 14 500 Testungen gemeldet, davon rund 2900 bei Lehrkräften und Beschäftigten. Bislang werde das Angebot, das von Ärzten, Zahnärzten und Apotheken unterstützt werde, gut angenommen.

In den ersten beiden Wochen hätten rund 110 000 Testkits aus dem Bestand des Gesundheitsministeriums zur Verfügung gestanden. Eine zweite Charge von rund 465 000 Tests sei nun unterwegs. Von allen Schulen hätten bislang lediglich fünf keinen Kooperationspartner für die Tests vor Ort. Diese würden nun bei der Suche nach medizinischem Personal besonders unterstützt.

«Je mehr insgesamt getestet wird, desto mehr Fälle werden auch entdeckt werden», sagte Streichert-Clivot. Man wisse jedoch, auch aus einer Studie in Reinland-Pfalz, dass in den Schulen selbst äußerst wenige Übertragungen stattfänden. «Schulen sind kein Treiber der Pandemie», betonte die Ministerin. Aktuell seien im Saarland 42 Schüler und zwei Lehrer mit dem Coronavirus infiziert. 253 Schüler und 28 Lehrkräfte seien von Quarantäne-Maßnahmen betroffen.

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