Inzidenz steigt weiter: Wieder Einschränkungen im Handel

14.03.2021 Schon 17 Städte und Landkreise haben die Schwelle von 50 bei der Sieben-Tage-Inzidenz überschritten. Die Folgen wird vor allem der Einzelhandel zu spüren bekommen.

Menschen stehen zwischen Absperrbändern an einem Geschäft für Unterhaltungselektronik an. Foto: Andreas Arnold/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Viele Verbraucher in Rheinland-Pfalz müssen sich wegen der weiteren Ausbreitung des Coronavirus wieder auf Einschränkungen beim Shopping einstellen. Am Sonntag stieg die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen, erneut an auf 56,4 und lag damit bereits den vierten Tag in Folge über der Schwelle von 50. Damit werden in betroffenen Kommunen Lockerungen zurückgenommen. Landesweit lagen 17 Städte und Landkreise über der Marke von 50, drei sogar über einem Wert von 100.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hatte dazu am Vortag erklärt: «In Kommunen, in denen die Inzidenz drei Tage oberhalb der 50 liegt, müssen zusätzliche Schutzmechanismen eingebaut werden: In den meisten Geschäften wird dann nur noch ein Termin-Shopping möglich sein.» Beim Termin-Shopping gilt: Ein Kunde pro 40 Quadratmeter mit Anmeldung.

«Überall gibt es die gleichen Regeln, die sich nach den Inzidenzen ausrichten: unter 50 bleibt es wie es jetzt ist, über 50 greifen die zusätzlichen Sicherungsmechanismen und über 100 gilt die «Notbremse» mit einer weitergehenden Schließung des Handels und der strengen Kontaktbegrenzung auf einen Haushalt plus eine Person, sowie eine nächtliche Ausgangsbegrenzung», erinnerte Dreyer an die nach der vergangenen Bund-Länder-Schalte mit Kommunen und Einzelhandel vereinbarten Regeln.

Eine Inzidenz von mehr als 50 wiesen nach Angaben des Gesundheitsministeriums von Samstag 17 Städte und Kreise auf. Dazu gehören demnach: die Kreise Ahrweiler, Altenkirchen und Bad Dürkheim, Bitburg-Prüm, Germersheim, Neuwied, Rhein-Hunsrück sowie der Rhein-Lahn- und der Rhein-Pfalz-Kreis, die Landkreise Südwestpfalz und Trier-Saarburg sowie der Westerwaldkreis. Außerdem die Städte Frankenthal, Koblenz, Ludwigshafen, Mainz und Pirmasens. Im Landkreis Altenkirchen sowie in Frankenthal und Pirmasens wurde die Inzidenz von 100 überschritten. Am höchsten lag sie in Pirmasens mit 154,1.

Eine Inzidenz von mindestens 50 an drei Tagen in Folge verzeichneten die Kreise Ahrweiler, Altenkirchen, Germersheim, Neuwied, Rhein-Lahn-Kreis, Rhein-Pfalz-Kreis, Südwestpfalz, Trier-Saarburg und Westerwaldkreis sowie die Städte Frankenthal, Ludwigshafen und Pirmasens.

Landkreise und kreisfreie Städte über einer Inzidenz von 100 müssten jetzt die verabredete sogenannte Notbremse ziehen und Öffnungen sehr breit zurücknehmen, sagte Dreyer weiter. Möglich seien in den betroffenen Regionen Einschränkungen in den Bereichen Wirtschaft, Kultur und Sport. Auch der Bildungsbereich könnte in Einzelfällen betroffen sein, so das Ministerium. Die Details regeln die Kommunen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden derweil innerhalb eines Tages 345 Neuinfektionen registriert. Die Zahl der mit dem Virus in Verbindung gebrachten Todesfälle blieb wie am Vortag bei insgesamt 3212. Seit Beginn der Pandemie vor rund einem Jahr wurden im Bundesland insgesamt 106 690 Infektionen bestätigt.

«Wir gehören in Rheinland-Pfalz zu den Ländern mit den niedrigsten Sieben-Tages-Inzidenzen», hatte Dreyer betont. «Als wir landesweit unterhalb der Inzidenz von 50 waren, haben wir mit Einzelhandel, Kammern und Kommunalen Spitzenverbänden ein Bündnis für sicheres Öffnen geschlossen.» Dabei seien gemeinsam Chancen ergriffen, aber auch Pflichten verabredet worden. «Deswegen ist jetzt jedem klar, was er tun muss.» Dafür sei auch gemeinsam eine Musterallgemeinverfügung verfasst worden. Der Einzelhandel hatte in weiten Teilen des Landes erst vor einer Woche unter Auflagen wieder öffnen dürfen.

Dreyer kündigte außerdem an: Wenn nach den Osterferien wieder mehr Kinder in die Schulen kämen, würden auch den Schülerinnen und Schülern Selbsttests angeboten. «Die Lehrer und Lehrerinnen können sich schon seit einigen Wochen testen lassen so oft sie wollen.»

Der Schlüssel zum «Sieg über Corona» bleibe das Impfen, sagte die Regierungschefin weiter. Mehr als 330 000 Rheinland-Pfälzer hätten bis Samstag zumindest ihre erste Impfung erhalten. In allen Altenheimen sei schon mindestens zweimal geimpft worden und jeder Mensch über 80 Jahren könne bis spätestens Ostern einmal geimpft werden. «Wir alle wünschen uns, dass es noch schneller geht und wir die Ärzte miteinbeziehen können», sagte Dreyer. «Deswegen wollen wir am Mittwoch bei der Konferenz mit der Kanzlerin wissen, womit wir rechnen können, damit wir einen Fahrplan für die Praxen festlegen.»

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