Experte: Fehlender Rückwind aus Berlin hat CDU geschadet

14.03.2021 Das schlechte Abschneiden der CDU bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz geht nach Ansicht des Trierer Politikwissenschaftlers Uwe Jun auch auf die Bundespolitik zurück. «Aus Berlin kam kein Rückenwind», sagte Jun der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag in Mainz. Das Corona-Krisenmanagement der von der CDU geführten Bundesregierung sei zunehmend bei Wählern auf Skepsis gestoßen. «Als kleinerer Faktor» könne auch noch die Maskenaffäre eine Rolle gespielt haben.

Christian Baldauf (M, CDU), Julia Klöckner (CDU), und Günther Schartz (CDU). Foto: Andreas Arnold/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Zudem habe der Spitzenkandidat Christian Baldauf es gegen die populäre Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) schwer gehabt. Und: «Es ist auch in den letzten Jahren der CDU nicht gelungen, einmal eine Wechselstimmung zu erzeugen», sagte Jun. Die Zufriedenheit mit der rot-gelb-grünen Landesregierung sei «relativ groß» gewesen. «Das alles zusammen genommen, war dann zu viel Belastung für die CDU, um es am Ende zu stemmen.»

Jun erwartete, dass die CDU mittelfristig diskutieren werde, «wie man personell in die Zukunft gehen wird». Jetzt sei kein guter Zeitpunkt, davor habe auch Baldauf gewarnt. «Das wäre auch ein Risiko, dass die CDU nicht wieder haben sollte: Sie kennt sich damit aus, sich zu zerstreiten nach Wahlniederlagen. Das wäre sicherlich eher kontraproduktiv», sagte Jun.

Die CDU hat am Sonntag wohl das schlechteste Ergebnis bei einer Landtagswahl im vor 75 Jahren gegründeten Rheinland-Pfalz eingefahren. Nach Auszählung von über 90 Prozent der Stimmbezirke lag die Partei laut Landeswahlleiter um 21.20 Uhr bei 27,6 Prozent, was ein Minus von gut vier Prozentpunkten gegenüber der vergangenen Wahl bedeutet.

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