Nürburgring startet mit Geisterrennen in die neue Saison

18.03.2021 Corona verhindert vorerst weiterhin Großveranstaltungen. «Rock am Ring» ist erneut abgesagt. Doch beim Motorsport will der Nürburgring wieder durchstarten. Allerdings vorerst ohne Zuschauer vor Ort. Und die Königsklasse der Rennfahrer?

Das Logo der Rennstrecke Nürburgring prangt auf einer Glasscheibe. Foto: Jens Büttner/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Eine der berühmtesten Rennstrecken der Welt geht mitten in der Corona-Pandemie wieder an den Start - von einem neuen Formel-1-Spektakel am Nürburgring ist jedoch vorerst nicht die Rede. Am 27. März beginnt auf der Asphaltschleife in der Eifel die Eventsaison 2021 mit der Nürburgring-Langstreckenserie. Trotz der coronabedingten Absage des Open-Air-Festivals «Rock am Ring» mit um die 80 000 Zuschauern am zweiten Juni-Wochenende sei der Veranstaltungskalender in diesem Jahr gut gefüllt, teilten die Betreiber des Nürburgrings am Donnerstag mit. «Der Motorsport kann stattfinden.» Vorerst soll es Geisterrennen ohne Zuschauer vor Ort geben - doch an Konzepten für ihre Rückkehr werde intensiv gearbeitet.

Die Touristenfahrten, bei denen Hobby-Rennfahrer mit dem eigenen Auto ohne Gegenverkehr über die legendäre Nordschleife jagen, haben laut Ring-Sprecher Alexander Gerhard bereits am 6. März begonnen. In der Saison geplant sind unter anderem das ADAC-24-Stunden-Rennen vom 3. bis 6. Juni und der ADAC-Truck-Grand-Prix vom 16. bis 18. Juli. Hinzu kommen sollen der AvD-Oldtimer-Grand-Prix vom 13. bis 15. August und die Rennsport-Serie DTM vom 20. bis 22. August. Auch Fahrtrainings vom Schnupper- bis zum Profikurs sind geplant. Nürburgring-Chef Mirco Markfort betonte: «Trotz Corona ist unsere Rennstrecke bis Mitte November ausgebucht - sieben Tage die Woche, von Montag bis Sonntag.»

Radio Nürburgring mit Berichten über das Geschehen auf dem Eifelkurs soll nach dessen Angaben künftig in Zusammenarbeit mit dem privaten Radiosender RPR1. weltweit auch im Internet über rpr1.de empfangbar sein. Hinzu kommen soll bald der Stream «Streckensprecher Nürburgring» auf der Webseite der Rings.

Nur die Königsklasse des Motorsports fehlt. Im Oktober 2020 rasten die Formel-1-Rennwagen erstmals seit sieben Jahren wieder über den Nürburgring - wegen coronabedingter Absagen in anderen Ländern wich die Rennserie in die deutsche Eifel aus. Es siegte der Brite Lewis Hamilton. Und dieses Jahr? Ringsprecher Gerhard sagte: «Da gibt es im Moment keine Gespräche.» Der Eifelkurs verschließe sich ihnen nicht, aber ein Formel-1-Rennen müsste sich für ihn betriebswirtschaftlich lohnen. Die Rennserie hat indessen für 2021 schon längst einen weltweiten, an die Corona-Krise angepassten Zeitplan ausgearbeitet.

Generell räumte Geschäftsführer Markfort, der den Nürburgring mit 200 Festangestellten und rund 1100 Aushilfen durch die Krise steuert, ein: «So wirklich garantieren kann man in diesen Zeiten nichts.» Laut Gerhard waren alle Angestellten schon in Kurzarbeit - in unterschiedlichem Maße. Die Pandemie habe den Nürburgring 2020 wirtschaftlich deutlich geschwächt. Mit roten Zahlen habe er das vergangene Jahr aber keineswegs abgeschlossen. «Wir sind relativ gut durch die Krise gekommen. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2020 war die Strecke komplett vermietet», sagte Gerhard. Der einst staatliche Ring mit einer bewegten Geschichte - heute in der Hand des russischen Milliardärs Viktor Charitonin - setzt auch auf Firmen-Events - mitunter sogar auf Dreharbeiten für Filme.

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