Kreise mit hoher Inzidenz ziehen «Notbremse»

18.03.2021 Nach einer deutlichen Zunahme der Corona-Infektionen gibt es in den Kreisen Ahrweiler und Südwestpfalz nächtliche Ausgangsbeschränkungen. Auch der Einzelhandel muss zum Termim-Shopping zurück.

Eine FFP3 Atemschutzmaske liegt auf einem Tisch im Sonnenschein. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Zwei Landkreise im Norden und im Süden von Rheinland-Pfalz haben am Donnerstag wegen hoher Corona-Inzidenz weitreichende Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen. Sowohl im Kreis Ahrweiler als auch in der Südwestpfalz wurde deswegen jetzt die «Notbremse» gezogen, wie die Kreisverwaltungen mitteilten.

Dazu gehört in beiden Gebieten eine nächtliche Ausgangsbeschränkung. Die Wohnung darf nachts (von 21.00 Uhr bis 05.00 Uhr) nur aus triftigem Grund verlassen werden, in der Südwestpfalz gilt dies ab Freitag 0.00 Uhr, im Kreis Ahrweiler ab Samstag 0.00 Uhr. Bei der Kontaktbeschränkung gilt wieder die Regelung vor den jüngsten landesweiten Lockerungen - der eigene Hausstand darf somit nur mit einer weiteren Person zusammenkommen. Im Einzelhandel ist nur noch Termin-Shopping mit Einzelterminen zugelassen.

Unterschiedliche Wege gehen die beiden Kreise bei den Schulen. In Ahrweiler bleiben die Schulen bis zu den Osterferien im Wechselunterricht - werden also abwechselnd daheim und im Klassenraum unterrichtet. In der Südwestpfalz müssen die Jugendlichen ab Klassenstufe 7 von Montag an bis zum Beginn der Osterferien am 26. März wieder zuhause im Fernunterricht lernen. Für Grundschüler sowie Fünft- und Sechstklässler gibt es weiter Präsenzunterricht in der Schule.

Seit Freitag vergangener Woche stieg die Inzidenz im Kreis Ahrweiler von 64 auf 107. «Aktuell stellt das hiesige Gesundheitsamt einen hohen Anteil von Ausbreitungen im familiären beziehungsweise privaten Umfeld fest», sagte die Sprecherin der Kreisverwaltung. Verstärkt wird diese Entwicklung durch die deutlich aggressiveren Varianten von SARS-CoV-2. Zurzeit gebe es viele einzelne Erkrankungsfälle, aber keine größeren Ausbrüche in Betrieben, Schulen oder Kindertagesstätten.

In der Südwestpfalz lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstag bei 105,5. Nach Daten des Gesundheitsministeriums liegen von den 36 Kreisen und Städten in Rheinland-Pfalz acht über der Inzidenz von 100.

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