Arbeitslosigkeit im Saarland erneut leicht zurückgegangen

31.03.2021 Den zweiten Monat in Folge sind die Arbeitslosenzahlen an der Saar etwas gesunken. Außerdem ist deutlich weniger Kurzarbeit angezeigt worden. Doch die Frühjahrs-Dynamik ist coronabedingt in diesem Jahr nicht stark ausgeprägt.

Eine Frau betrachtet in der Arbeitsagentur aktuelle Stellenangebote. Foto: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Arbeitslosigkeit im Saarland ist im März den zweiten Monat in Folge leicht zurückgegangen. Nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit vom Mittwoch waren 38 700 Frauen und Männer arbeitslos, 800 oder 2,0 Prozent weniger als im Februar. Gegenüber dem Vorjahresmonat wurden 4300 Arbeitslose mehr gezählt (Stand 11. März). Das entspricht einem Plus von 12,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag im März bei 7,2 Prozent. Vor einem Monat betrug sie 7,4 Prozent, vor einem Jahr 6,4 Prozent.

«Da schlagen zwei Herzen in der Brust», sagte Walter Hüther, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion, am Mittwoch in Mainz. «Es gibt Anlass zur Hoffnung, aber auch Hinweise, dass wir noch nicht über den Berg sind.» Die sonst übliche Frühjahrs-Dynamik auf dem Arbeitsmarkt sei in diesem Jahr coronabedingt nicht stark ausgeprägt. Allerdings sei die Pandemie nicht der alles bestimmende Faktor auf dem Arbeitsmarkt: Es seien auch längerfristige Kräfte am Werk, etwa der Transformationsprozess der Wirtschaft hin zu Digitalisierung und Klimaneutralität.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im März im Saarland bei 52 100 Personen. Das waren 2400 oder 4,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Als kritisch bewertet Hüther die Entwicklung bei den Langzeitarbeitslosen. Hier habe es im Jahresvergleich eine Zunahme von 4500 Menschen oder 39 Prozent gegeben. Darunter seien viele Personen, die zwar nach ihrer Arbeitslosigkeit wieder eine Stelle gefunden hätten, diese aber dann in der ersten und zweiten Pandemiewelle wieder verloren hätten, erklärte er. «Das holen wir in den nächsten Jahren nicht so schnell auf», befürchtete er - auch wenn die Wirtschaft wieder anziehen sollte.

Im März zeigten die saarländischen Unternehmen deutlich weniger Kurzarbeit an. Insgesamt gingen 200 Anzeigen für 1800 Beschäftigte bei der Agentur für Arbeit ein. Im Januar belief sich die Zahl der Anzeigen noch auf 1100 und im Februar auf 500. Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung. Zunächst gehe es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate, erklärte die Agentur. Erst nach drei Monaten könne festgestellt werden, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet worden sei.

Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im Dezember 4300 Betriebe für 29 000 Mitarbeiter tatsächlich Kurzarbeit umgesetzt. Die Kurzarbeit bleibe weiterhin eines der wichtigsten Instrumente gegen Arbeitslosigkeit, betonte Hüther.

Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt sei wegen der Pandemie weiter von Unsicherheit bestimmt - sowohl bei den Betrieben als auch bei den Schülerinnen und Schülern, sagte Hüther weiter. Bei vielen Unternehmen gebe es Zurückhaltung wegen ihrer Geschäftsentwicklung und der finanziellen Situation. «Und die jungen Leute wissen nicht genau, ob eine Ausbildung Sinn macht». Viele entschlössen sich daher, noch ein weiteres Jahr auf die Schule zu gehen. Er selbst rate den jungen Menschen dazu, sich eine Lehrstelle zu suchen. «Eine gute Ausbildung ist ein gutes Fundament für den weiteren Berufsweg.»

Seit Beginn des Beratungsjahres 2020/2021 im vergangenen Oktober wurden der Agentur für Arbeit und den Jobcentern 4800 Ausbildungsstellen gemeldet. Dies sind 600 oder 10,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Unverändert konzentriert sich den Angaben zufolge ein Großteil der jungen Frauen auf nur zehn Berufe: Verkäuferin, Kauffrau Büromanagement, Medizinische Fachangestellte, Kauffrau im Einzelhandel, Verwaltungsfachangestellte für Kommunalverwaltung, Friseurin, Tiermedizinische Fachangestellte, Zahnmedizinische Fachangestellte, Drogistin und Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte.

Auch bei den Männern haben sich die Ausbildungswünsche laut Hüther in den vergangenen Jahren kaum geändert. Begehrt sind folgende Berufe: Kfz-Mechatroniker für Pkw-Technik, Verkäufer, Kaufmann für Büromanagement, Kaufmann im Einzelhandel, Fachkraft-Lagerlogistik, Fachinformatiker-Anwendungsentwicklung, Industriemechaniker, Anlagenmechaniker für Sanitär-/Heizung- und Klimatechnik, Maler/Lackierer und Fachinformatiker-Systemintegration.

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